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29. 5. 08.
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Sehr geehrter Herr College,
Vielen Dank für die Ankündigung Ihrer Arbeit, deren Empfang ich Ihnen nicht zu bestätigen brauche.
Daß Sie die Aufgabe akzeptiert haben, eine authentische Literaturübersicht der Wiener (vielleicht auch der deutschen) Arbeiten für das Jahrbuch zu geben, freut mich diesmal ganz besonders, da ich hauptsächlich in Betracht komme. Ich denke, Knappheit wird sehr erwünscht sein. Vielleicht lassen Sie es auch zu, daß ich die meine Arbeiten betreffenden Referate im Manuskript lese, um zu kürzen oder hervorzuheben. Herr Rank wird am nächsten Mittwoch verständigt werden, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen, um Ihnen das vollständige Verzeichnis der andereren Wiener Beiträge und diese selbst -
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aus unserer intimen Bibliothek oder von den Autoren zu liefern.
Der erste Halbband soll 1. Jan 09 erscheinen, Sie haben also bis in den Oktober Zeit mit dem Manuskript. Es ist sonst alles in Ordnung. Deuticke hat sich sehr um den Verlag bemüht. Bleuler wird, hoffe ich, nun als Mitherausgeber sich engagiert fühlen und Ihre böse Prognose widerlegen. Sein Dementia praecox-Referat auf dem Berliner Kongreß war freilich nicht "fameux".
Meine Frau hat mir viel von der herzlichen Aufnahme berichtet, die sie bei Ihnen gefunden hat. Ich scheine, was Ihre Häuslichkeit betrifft, eine gute Diagnose gemacht zu haben.
Mit freundschaftlichem Gruß
Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Schönberger Ufer 22
Berlin 10785
Germany
C14F25