Rank, Otto (1908-413/1908.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Besprechung verschiedener Themata
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Dr Wittels liest zunächst ein Pamphlet auf die Wiener Irrenvater
vor, betitelt: „Der Normalpsychiater“, woran sich dann eine
Diskussion über die Zweckmässigkeit oder Schädlichkeit der
Publikation dieses Pamphlets anschliesst. Das Resultat wird
von Prof. Freud zusammengefasst in der Bitte an den Autor, die
Publikation in der Form gegenwärtig zu unterlassen.
Hitschmann berichtet nun kurz über einen Fall von „coitus
interruptus“ bei einer Frau und dessen Folgen. —
Prof. Freud teilt schließlich im Anschluss an seine Vorträge über
den „Beginn einer Krankengeschichte“ aus dem weiteren
Verlauf der Kur dieses Zwangsneurotikers zwei instruktive
Symptomauflösungen mit die ihm Gelegenheit zu ein
paar allgemeinen Bemerkungen über die Zwangsneurose
geben:So finde die Verschiebung bei der Zwangsneurose in anderer
Weise statt als bei der Hysterie, nämlich eine Verschiebung nach
Verallgemeinerung. Während man bei der Hysterie fragen müsse:
„wann war das reell?“, müsse man bei der Zwangsneurose
fragen: „wann war das speziell?“Beim Zwangsneurotiker kombiniere sich Überzärtlichkeit
mit Hass; diesen beiden Strömungen, die in ihm sind, müsse
sich gleichzeitig oder hintereinander einen Ausweg verschaffen.
Die beiden Auflösungen betrafen: die Bedeutung des Zwickers
in der ganzen Geschichte, die sich durch die Wortverschiebung:
Zwicker — Kneifer (Vorwurf, er sei ausgekniffen — ein Kneifer)
ergibt, ferner die durch das Pass-Wort „Dick“ ermöglichte Ver-
bindung zwischen einem Verlangen nicht dick zu sein und der
Eifersucht auf seinen Nebenbuhler, der Dick hieß. —