S.
Berlin, 10. VI. 27
Lieber Herr Professor,
ich bestätige bestens dankend den Empfang des Schecks, den wir zur Löschung des von Ihnen persönlich verbürgten Kredits des Verlags benutzen werden.
Durch Sachs erfuhr ich von der so günstigen Erledigung der Reik-Angelegenheit1 und habe mich sehr darüber gefreut. Wie war die Begründung des Fallenlassens der Anklage?
Ferenczi dürfte heute schon auf dem Festlande sein; er wollte nach ganz kurzem Aufenthalt in Paris einer Einladung von Jones nach London folgen und wird dann bald in Baden-Baden sein.2
Einen Zeitungsausschnitt mit einem Bericht über Ranks Wohnungsprozeß3 bekam ich heute. Seltsam, wieviel Lügenhaftes im Zusammenhang mit einem einzigen Menschen sein kann. Man darf wohl trotzdem hoffen, daß er nicht zum Kongreß kommt. –
Wollen Sie, bitte, Frau Professor mitteilen, daß ich wahrscheinlich nicht vor Mitte Juli nach dem Semmering werde kommen können. Ernstls Reise wird wohl früher stattfinden müssen.4
Mit wärmsten Grüßen
herzlichst Ihr
Max Eitingon