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S.
21. XI. 12
PROF. DR. FREUD WIEN, IX. BERGGASSE 19.Lieber Freund
Ich darf also erwarten, Sie früher als ver-
mutet, am 24 d.M. in München zu sehen.
Unterdes ist ein Kelch an Ihnen vorüber-
gegangen. Ferenczi u Rank haben die
Redaktion der neuen Zeitschrift über-
nommen. Ich schulde Ihrer liebenswürdigen
Bereitwilligkeit die Begründung dieser
Wal. Ich hatte Verhandlungen mit einem
Verleger in Berlin eingeleitet, die aus-
sichtsvoll schienen. In diesem Falle hätte
ich Sie gebeten, es mit Eitingons Hilfe
zu leisten. Der Berliner Verleger
ließ mich aber im Stich, u da ich mich
für Heller, den Verleger der Imago,
entscheiden mußte, konnte ich auch nur
den Redakteur in der Nähe des Verlags
wählen. Ich weiß, daß Sie es mir nicht übel
nehmen werden.
Ich habe mich mit der Sache viel geplagt
u geärgert. Alle inneren u äußeren
Mitarbeiter sind mitgegangen, abgesagt -
S.
haben nur Jung (!) und Juliusburger, der gar
nicht instruiert scheint u darum die Beziehung
zum Zentralbl nicht lösen will. Außerdem
hat noch ein Wiener gewisse Einschränkungen
gemacht. Die Seligkeit, Stekel los zu sein,
ist aber einige Opfer wert.
Ich hoffe, daß sich in München auch
eine Stunde für intimen Gedanken-
austausch finden wird, u grüße Sie
u Ihr ganzes Haus herzlich,Ihr Freud
Berggasse 19
Wien 1090
Austria
Rankestraße 24
Berlin 10789
Germany
C14F26