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[Briefkopf Wien] 25. Dez. 18 Lieber Freund So kann ich Ihnen also wieder nach Berlin schreiben! Der böse Kriegstraum hat auch für Sie geendet. Ich habe die Sicherheit, daß Ihre Praxis in kürzester Zeit das frühere Niveau erreicht haben wird, und wünschte nur, daß Ihre Gesundheit dieselbe Hebung erfährt. Ihre Äußerung über den Preis entbehrte nicht eines gewissen Stachels für mich. Plötzlich reich geworden, muß ich gleichzeitig erkennen, wie ungenügend dieser Reichtum für meine Absichten ist. Zwischen den Anfängern und den Meistern der Analyse habe ich einen Unterschied nicht machen wollen, weil ich sonst die Muster nicht gefunden hätte, die ich den Nachstrebenden vorhalten will. Die Verlagsgründung ist noch nicht erfolgt; sie stößt wie alles, was man jetzt unternimmt, auf große Schwierigkeiten. Aber ich glaube, sie wird durchzusetzen sein. Wir haben Sie und Hitsch- mann unter die Redakteure der Zeitschrift aufgenommen und möchten, daß Sie sich speziell mit der Vorbereitung des Jahresberichts beschäftigen, der dann als Beiheft der Zeitschrift erscheinen wird. Hitschmann
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hat als besondere Funktion die Sorge für die Referate übernommen, die an Vollständigkeit und Ernst vorbildlich werden sollen. Mit Jones stehe ich bereits durch Sachs in direktem Verkehr, Material konnten wir von ihm noch nicht haben. Rank scheint sich mit seiner Heirat doch recht geschädigt zu haben, ein kleines polnisch-jüdisches Weibchen, das keinem sympathisch ist und keine höheren Interessen verrät. Recht traurig und nicht ganz verständlich. Von Martin habe ich keine Nachricht, weiß noch immer nicht, wo er ist. Das trägt zur gedrückten Stimmung dieser Zeiten bei. Deuticke hat heute die Zahlung für die dänische Übersetzung der Fünf Vorlesungen angezeigt; eine kleine Eroberung also. Meinen vierten Band der kleinen Schriften werde ich dieser Tage der Post für Ihre neue Adresse anvertrauen. Freund ist heute zur Fortsetzung seiner Analyse bei mir eingetroffen. Ich wünsche Ihnen vom Herzen alles verdiente Glück zum neuen Anfang! Ihr getreuer Freud
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