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S.
[Briefkopf V Berlin] 27. 2. 1921
Lieber Herr Professor,
Vor einigen Tagen suchte mich eine Dame aus Warschau auf, deren Bruder, Julius Hering, Ende 1919 in Ihrer Behandlung war. Angeblich lag eine Psychose vor, die sich in der Psychoanalyse besserte. Auf der Heimreise soll ein akuter Rückfall eingetreten sein. H. ist seit einem Jahr in einer Privatirrenanstalt in Warschau. Die Familie möchte ihn nach Berlin bringen, um ihn von mir weiter behandeln zu lassen. Eine Remission ist augenscheinlich eingetreten, doch besteht ein fixierter Verfolgungswahn.
Ich habe unter solchen Umständen natürlich große Bedenken, -
S.
zumal H. hier in einem Sanatorium sein müßte und eines Begleiters bedürfte, um zu mir zu kommen. Ich habe mir einen Bericht des jetzt behandelnden Arztes ausgebeten, der mir nach Meran zugehen soll, und wäre Ihnen, lieber Herr Professor, für eine ganz kurze Meinungsäußerung sehr dankbar (nach Meran).
Ich fahre am 2. März abends mit meiner Frau ab; wir sind am 4. in M. (Park-Hotel). Falls Sie etwa über Ostern in südlicher Richtung verreisen sollten . . . . . doch das wäre zu schön.
Wir möchten dann ein paar Tage nach Verona – Venedig.
Mit herzlichsten Grüßen von Haus zu Haus
Ihr Karl Abraham
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