Freud, Sigmund (1916-003/1916): Eine Beziehung zwischen einem Symbol und einem Symptom
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Eine Beziehung zwischen einem Symbol und einem Symptom.
Von Sigm. Freud.
Der Hut als Symbol des Genitales, vorwiegend des männlichen, ist durch
die Erfahrung der Traumanalysen hinreichend sichergestellt. Man kann
aber nicht behaupten, daß dieses Symbol zu den begreiflichen gehört. In
Phantasien wie in mannigfachen Symptomen erscheint auch der Kopf als Sym-
bol des männlichen Genitales, oder wenn man will, als Vertretung desselben.
Mancher Analytiker wird bemerkt haben, daß seine zwangsleidenden Patienten
ein Maß von Abscheu und Entrüstung gegen die Strafe des Köpfens äußern
wie weitaus gegen keine andere Todesart, und wird sich veranlaßt gesehen
haben, ihnen zu erklären, daß sie das Geköpftwerden wie einen Ersatz des
Kastriertwerdens behandeln. Wiederholt sind Träume jugendlicher Personen
oder aus jungen Jahren analysiert und auch mitgeteilt worden, die das Thema
der Kastration betrafen, und in denen von einer Kugel die Rede war, welche
man als den Kopf des Vaters deuten mußte. Ich habe kürzlich ein Zeremo-
niell vor dem Einschlafen auflösen können, in dem es vorgeschrieben war,
daß das kleine Kopfpolster rautenförmig auf den anderen Polstern liegen und
der Kopf der Schlafenden genau im langen Durchmesser der Raute ruhen
sollte. Die Raute hatte die bekannte, aus Mauerzeichnungen vertraute Be-
deutung, der Kopf sollte ein männliches Glied darstellen.Es könnte nun sein, daß die Symbolbedeutung des Hutes sich aus der
des Kopfes ableitet, insofern der Hut als ein fortgesetzter, aber abnehm-
barer Kopf betrachtet werden kann. In diesem Zusammenhang erinnerte ich
mich eines Symptoms der Zwangsneurotiker, aus dem sich diese Kranken eine
hartnäckige Quälerei zu bereiten wissen. Sie lauern auf der Straße unaus-
gesetzt darauf, ob sie ein Bekannter zuerst durch Hutabnehmen gegrüßt hat,
oder ob er auf ihren Gruß zu warten scheint, und verzichten auf eine Anzahl
von Beziehungen, indem sie die Entdeckung machen, daß der Betreffende sie
nicht mehr grüßt oder ihren Gruß nicht ordentlich erwidert. Sie finden solcher
Grußschwierigkeiten, die sie nach Stimmung und Belieben aufgreifen, kein
Ende. Es ändert an diesem Verhalten auch nichts, wenn man ihnen vorhält,
was sie ohnedies alle wissen, daß der Gruß durch Hutabnehmen eine Er-
niedrigung vor dem Begrüßten bedeutet, daß ein Grande von Spanien z. B. das
Vorrecht genoß, in Gegenwart des Königs bedeckten Hauptes zu bleiben, und
daß ihre Grußempfindlichkeit also den Sinn hat, sich nicht geringer darzu-
stellen, als der andere sich dünkt. Die Resistenz ihrer Empfindlichkeit gegenS.