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Eine ungarische Übersetzung der Traumdeutung, von den Herren
Dr. Hollós und Dr. Ferenczi besorgt, ist dem Erscheinen nahe.
In meinen 1916/17 veröffentlichten „Vorlesungen zur Einführung
in die Psychoanalyse“ (bei H. Heller, Wien), ist das elf Vor-
lesungen umfassende Mittelstück einer Darstellung des Traumes gewidmet,
welche elementarer zu sein bestrebt ist und einen innigeren Anschluß an die
Neurosenlehre herzustellen beabsichtigt. Sie hat im ganzen den Charakter
eines Auszugs aus der „Traumdeutung“, obwohl sie an einzelnen Stellen
Ausführlicheres bietet.Zu einer gründlichen Umarbeitung dieses Buches, welche es auf das
Niveau unserer heutigen psychoanalytischen Anschauungen heben, dafür aber
seine historische Eigenart vernichten würde, konnte ich mich nicht ent-
schließen. Ich meine aber, es hat in nahezu 20jähriger Existenz seine Auf-
gabe erledigt.Budapest-Steinbruch, im Juli 1918.
Vorwort zur sechsten Auflage
Die Schwierigkeiten, unter denen gegenwärtig das Buchgewerbe steht,
haben zur Folge gehabt, daß diese neue Auflage weit später erschienen ist,
als dem Bedarf entsprochen hätte, und daß sie — zum ersten Male — als
unveränderter Abdruck der ihr vorhergehenden auftritt. Nur das Literatur-
verzeichnis am Ende des Buches ist von Dr. O. Rank vervollständigt
und fortgeführt worden.Meine Annahme, dieses Buch hätte in nahezu zwanzigjähriger Existenz
seine Aufgabe erledigt, hat also keine Bestätigung gefunden. Ich könnte
vielmehr sagen, daß es eine neue Aufgabe zu erfüllen hat. Handelte es
sich früher darum, einige Aufklärungen über das Wesen des Traumes zu
gehen, so wird es jetzt ebenso wichtig, den hartnäckigen Mißverständnissen
zu begegnen, denen diese Aufklärungen ausgesetzt sind.Wien, im April 1921.
Vorwort zur achten Auflage
In den Zeitraum zwischen der letzten, siebenten Auflage dieses Buches
(1922) und der heutigen Erneuerung fällt die Ausgabe meiner „Ge-
sammelten Schriften“, veranstaltet vom Internationalen PsychoanalytischenS.
IX
Verlag in Wien. In diesen bildet der wiederhergestellte Text der ersten
Auflage den zweiten Band, alle späteren Zusätze sind im dritten Band
vereinigt. Die in der gleichen Zwischenzeit erschienenen Übersetzungen
schließen an die selbständige Erscheinungsform des Buches an, so die
französische von I. Meyerson 1926 unter dem Titel „La Science des
Rêves (in der Bibliothèque de Philosophie contemporaine), die schwedische
von John Landquist 1927 [„Drömtydning“] und die spanische von
Luis Lopez Ballesteros y de Torres, die den VI. und VII. Band
der „Obras Completas" füllt. Die ungarische Übersetzung, die ich bereits
1918 für nahe bevorstehend hielt, liegt auch heute nicht vor.Auch in der hier vorliegenden Revision der „Traumdeutung“ habe
ich das Werk im wesentlichen als historisches Dokument behandelt und
nur solche Änderungen an ihm vorgenommen, als mir durch die Klärung
und Vertiefung meiner eigenen Meinungen nahegelegt waren. Im Zu-
sammenhang mit dieser Einstellung habe ich es endgültig aufgegeben, die
Literatur der Traumprobleme seit dem ersten Erscheinen der „Traum-
deutung“ in dies Buch aufzunehmen und die entsprechenden Abschnitte
früherer Auflagen weggelassen. Ebenso sind die beiden Aufsätze „Traum
und Dichtung“ und „Traum und Mythus“ entfallen, die Otto Rank
zu den früheren Auflagen beigesteuert hatte.Wien, im Dezember 1929.
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Die Traumdeutung 1900-001/1930