S.
[Briefkopf V Berlin] 25. VIII. 21
Lieber Herr Professor,
Ich wartete etwas mit meiner Antwort in der Hoffnung, inzwischen Genaueres über die Daten Ihrer Anwesenheit in Berlin zu erfahren. Heute reisen Mirra und ich auf einige Tage nach Leipzig, und ab Anfang kommender Woche bin ich wieder fest in Berlin. Mirras Pläne stehen noch nicht ganz fest, möglich und wahrscheinlich ist es, daß sie in der zweiten Septemberhälfte wieder nach Meran geht, wenn auch nur für 4-6 Wochen. Die Schuhe, die ihr Anna in so lieber Aufmerksamkeit aus Aussee gesandt, wird sie also doch vielleicht recht bald „brauchen“ können.
Eine genaue Leipziger Abrechnung und das Geld für die Kongreßteilnehmer werde ich mitbringen. Die von Ihnen in Vorschlag gebrachte Summe von 3000 M für jeden Teilnehmer erschien mir, lieber Herr Professor, besonders für die Nicht-Öst[er]reich-Ungarn, zu hoch zu sein. Man wird in den kleinen Orten, wo wir uns jene Tage aufhalten werden, gar nicht viel Geld ausgeben können. Bei einem flüchtigen Telephongespräch mit Abraham über diesen Gegenstand hatte ich den Eindruck, daß auch er so denkt wie ich. Nun, das Geld wird zur Verfügung stehen, und Sie können die Höhe noch immer bestimmen.
Hoffentlich sind Ihnen alle Verhältnisse in Seefeld für eine Nachkur günstig, für einen guten langen Winter soll da Erreichtes ja herhalten.
Teilen Sie mir, bitte, recht bald mit, wann wir Sie hier sehen werden. Ich werde mich ganz nach Ihnen richten und mich sehr freuen, mit Ihnen zusammen von hier aus zu reisen.
Mit den besten Wünschen für Sie und alle Ihren und wärmsten Grüßen von Mirra und mir
Ihr Max Eitingon.