Zur Quelle: 
In der Library of Congress sind drei Mappen mit Notizen von Sigmund Freud aufbewahrt, die in Hinblick auf ihr Erscheinungsbild und ihren Aufbau wie eine Einheit erscheinen.

Sigmund Freud Papers: Oversize, 1859-1985; Writings; 1897-1898; [Collection of notes on various subjects, beginning "Aus älteren Aufzeichnungen von 1897 an"], holograph manuscripts with photocopies and typewritten transcriptions; I-A
> seit 2017 elektronisch abrufbar unter https://www.loc.gov/resource/mss39990.OV0228/?st=gallery

Sigmund Freud Papers: Oversize, 1859-1985; Writings; 1897-1898; [Collection of notes on various subjects, beginning "Aus älteren Aufzeichnungen von 1897 an"], holograph manuscripts with photocopies and typewritten transcriptions; II-A
> seit 2017 elektronisch abrufbar unter https://www.loc.gov/resource/mss39990.OV0229/?st=gallery

Sigmund Freud Papers: Oversize, 1859-1985; Writings; 1897-1898; [Collection of notes on various subjects, beginning "Aus älteren Aufzeichnungen von 1897 an"], holograph manuscripts with photocopies and typewritten transcriptions; III-A
> seit 2017 elektronisch abrufbar unter https://www.loc.gov/resource/mss39990.OV0230/?st=gallery

Der ersten Mappe ist von der Library of Congress eine Beschreibung dieser Notizensammlung und ihrer konservatorischen Behandlung beigelegt. (Siehe: https://www.loc.gov/resource/mss39990.OV0228/?sp=2&r=-0.585,0.057,2.169…)

Freud hat sein Notizen immer wieder neu geordnet. Für alle drei Mappen gilt, dass sie Notizen enthalten, die ursprünglich in einem anderen Kontext und auf meist großformatigen Blättern von Freud von Hand mit Füllfeder niedergeschrieben wurden. Einzelne dieser Notizen wurden aus dem ursprünglichen Kontext herausgeschnitten und dann wieder mit anderen zusammen auf Bögen geklebt, die sich nun in diesen drei Mappen befinden.

Die erste Sammlung (A) besteht aus einer Mappe, in der sich ursprünglich drei gefalteten Bögen aus einem für Freud charakteristischen schweren Papier im Maß von 46 x 29,5 cm, die gefaltet sind, so dass seine Seite 23 x 29,5 cm mißt.
Die beiden folgenden Mappen B und C) enthielten jeweils zwei dieser Bögen.

Auf den Vorderseite der Blätter (recto) die ausgeschnittenen und dort eingeklebten originalen Notizen fanden. 
Im Rahmen einer ersten Erschließung dieser drei Mappen wurde im Auftrag von Kurt Eissler von Margot Palmedo eine Umschrift all dieser Notizen verfertigt, die – im Gegensatz zu den großformatigen Trägern der Papierfragmente – auf einem etwas kleineren, weißem Papier mit Schreibmaschinenschrift erstellt und den Autografen beigegeben wurden. Diese Transkriptionen finden sich heute in diesen Mappen den entsprechenden Autografen beigegeben.

Diese Einklebungen wurden in der Library of Congress gelöst, so dass die Rückseiten (verso)  sichtbar wurden. Sie sind nicht von Freud ausgewählt worden, sind in der Regel auch nur Textfragmente, da die Schnittführung sich am Inhalt der Vorderseite orientierte. Nichtsdestoweniger finden sich darunter interessante Textzeugen, die in Hinblick auf unveröffentlichte Gedanken Freuds, Werkgenese und zeitliche Einordnung der Notzen auf der verso-Seite Aufschluss geben.

Zur Erschließung

Mitarbeiter dieser Sigmund Freud Edition haben diese Notizen in der Library of Congress in Washington DC. fotografiert. Die Digitalisate wurden von uns bearbeitet und als Faksimile in die Edition eingebracht.
Wir gehen von der Hypothese aus, dass die Notizen (recto-Seiten) von Sigmund Freud selbst in dieser Form zusammengestellt wurden und haben sie daher fürs erste in dieser Ordnung belassen. 
Der Inhalt der Mappen ist in dieser Edition demnach in recto- und verso-Seiten gegliedert.
Die Notizen (recto) und ihre Rückseiten (verso, Fragmente) sind in diplomatischer Umschrift transkribiert.
Jede einzelne Notiz (recto) und jedes einzelnen Fragment auf der Rückseite der Notiz (verso)  wurde für diese Edition mit einer (vorläufigen) Signaturen ausgezeichnet, die auf der Signatur der Mappe basiert.
Einige Notizen wurden von Sigmund Freud mit einer Überschrift versehen, für alle anderen Notizen (und Fragmente auf den recto-Seiten) wurde im Gefolge der Erschließung eine Überschrift, die in eckige Klammer gesetzt ist und sich auf den Inhalt bezieht, gewählt. 

Unsere Seitenzählung beginnt mit der ersten mit Notizen beklebten Seite (recto: 1r)), setzt sich mit der Rückseite (verso: 1v) fort, der dann die zweite Seite mit Notizen (recto: 2r) folgt, etc. 
Nach der Transkription findet sich derzeit die Angabe zur Datierung.
Anschließend folgen (vorläufige) Stellenkommentare, die derzeit noch mit Namenskürzel der Autoren  CT/CD ausgezeichnet sind und nach ihrer Bearbeitung vereinheitlich werden.

Zur zeitlichen Einordnung der Notizen

Ein erster Hinweis für die These, dass diese Sammlungen von Freud in dieser Ordnung zusammengestellt wurde, ist der Titel des ersten Blatt dieser Sammlung, das aus drei Notizen besteht, die sichtlich von Freud in einem Arbeitsgang so aufgeschrieben wurden - wobei selbst auch hier nicht gesagt ist, dass ihre ursprüngliche Datierung dem Datum ihrer Niederschrift auf dieses Blatt entspricht, denn Freud könnte sie aus früheren Niederschriften für diese Neuordnung abgeschrieben haben. 
Für alle weiteren Notizen dieser drei Mappen gilt, dass sie zwischen 1898 und 1910 verfasst wurden, aber nicht in chronologischer Ordnung aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgeschnitten und auf die uns nun vorliegenden Blätter geklebt wurden. Allerdings lässt sich die Tendenz ableiten, dass frühere Notizen sich eher in der ersten Mappe befinden spätere eher in den beiden folgenden. 
Wir haben für jede Notiz eine möglichst genaue Datierung vor und werden die Notizen in einem weiteren Prozess auch chronologisch ordnen, bzw. sie als Paralipomena den entsprechenden Werken zuordnen. 

Zu den Quellen:

Die Originale der Faksimiles dieses Notizenkonvoluts befinden sich in der Freud Collection der Library of Congress in Washington und wurden von dieser 2017 digitalisiert und veröffentlicht. Dort liegt diese Notizensammlung in drei Teilen (Mappen vor). In diesem Dokument findet sich der 1. Teil [A]. 
Es spricht einiges dafür, dass diese Sammlung, also die Papierstreifen, auf denen sich jeweils eine Notiz findet, in dieser Form von von Freud zusammengestellt und auf große leere Blätter geklebt wurden. Ob sie auch in dieser Form in Mappen eingebunden wurden, ist für uns noch eine offen Frage.

Für die Sigmund Freud Edition wurden die Autografen dort bereits 2013 abgelichtet und die daraus generierten Faksimiles im Laufe der Zeit in die Editionsdatenbank eingebracht und diplomatisch transkribiert. Die Transkriptionen dieser Notizensammlung konnten sich auf Umschriften stützen, die Marion Palmedo im Auftrag der Freud Archives 1985/86 angefertigt hatte.

Zu den Transkriptionsrichtlinien der FE:

Die Autografen werden diplomatisch transkribiert, also zeichen-, zeilen-, Absatz- und Seitengetreu wiedergegeben. 
Die Geminationsstriche bei "m" und "n" werden übernommen. 
Streichungen und Einfügungen im Original werden nachgebildet.

Stillschweigend erfolgen folgende Eingriffe: 
Die Interpunktion wird typografisch korrekt gesetzt. 
Überschriften und Seitenzählung werden werden systematisch vereinheitlicht. 
Fehlende Geminationsstriche und Umlautzeichen werden ergänzt.

In der Regel sind die Autographen in kurrenter Schrift geschrieben. Hervorhebungen (von Titel, Namen und Begriffen), dIe Freud in lateinischer Schrift angezeigt hat, sind kursiv gesetzt. Unschärfen der Wiedergabe entstehen auch dann, wenn bei einem Wort nicht eindeutig alle Buchstaben einer Schrift zuzuordnen sind. 
Unterstreichungen werden übernommen. 
Unsichere Lesungen werden farblich markiert. Buchstaben, die nicht entziffert werden konnten, werden mit folgendem Zeichen "¿" geführt. Ein nicht lesbares Wort setzt sich möglichst genau aus der entsprechenden Anzahl an ¿ zusammen.

Zu den Seitenzahlen und der Referenzierung der FE

Die Seitenzahlen werden eingesetzt und bei allen Texten an den Anfang gestellt, unabhängig davon, ob das Original eine Seitenzahl führt oder nicht.

Bei Notizensammlungen, in denen mehrere Notizen auf ein Blatt geklebt wurden, werden diese Blätter mit Seitenzahlen versehen, zusätzlich noch die einzelnen Notizen nummeriert. Die Referenz generiert sich in diesen Fällen aus der Signatur des Konvolutes, der Seitenzahl und der Nummer der Notiz auf dieser Seite. Aus diesen Elementen setzt sich auch die Signatur der einzelnen Notiz zusammen.

Wie bei allen Autografen des Nachlasses orientiert sich die Referenzierung nach den Seitenzahlen der Originale. Das gilt auch für daraus konstituierten Texte der Sigmund Freud Edition. Das heißt, dass alle Stellenangaben die Signatur der Manifestation und die Seitenangabe beinhalten.

Unabhängig davon, ob aus einer digitalen oder einer gedruckten Ausgabe eines WErkes aus der Sigmund freud Edition zitiert wird, bleibt auf diese Weise die Referenzierung die gleiche.

Zu recto / verso und der Datierung der Notizen.

Oft sind die Notizen auf Papierstreifen festgehalten, die von einem größeren Blatt abgetrennt und auf ein leeres Blatt nacheinander aufgeklebt wurden. Im Gefolge der konservatorischen Bemühungen der LoC trennte man mit großer Vorsicht diese Streifen von ihrer Unterlage; die Rückseite dieser Streifen kamen zutage und es zeigte sich, dass diese zumeist auch beschreiben war. Auch wenn vom Autor nicht intendiert war, diese Text e aufzubewahren, haben wir diese Textfragemente transkribiert und in die Notizensammlung aufgenommen. Das hilft generell bei der zeitlichen Einordnung von undatierten Notizen und  in einigen Fällen Beurteilung, ob Konvolute als von Sigmund Freud zusammengestellt zu behandeln sind. Darüberhinaus wollten wir diese mitunter sehr interessante Quellen miterschließen. 
So finden sich bei vielen Notizen bei der Seitenzahl das zusätzliche Kürzel "r" (für recto) und "v" (für verso, also der Rückseite der "eigentlichen" Notiz.

Zu den Signaturen der Notizen der Notizkonvolute einzelnen Signaturen

Notizen die einzeln vorliegen, werden mit einer Signatur versehen, die das Jahr der Niederschrift und eine Zusatzzahl enthält, die sie innerhalb der Schriften eines Jahres einer Textkategorie chronologisch zuordnet.

Bei Notizen, die in einem Konvolut überliefert wurden, das posthum zusammengestellt wurde, wird dieser Kontext zwar dokumentiert, indem das Konvolut in die Werkliste aufgenommen und sein Inhalt beschrieben wird. Die einzelnen Notizen werden aber gesondert wie jeweils eigenständige Werke ins Werkverzeichnis aufgenommen und in der Folge wie oben beschrieben jeweils mit einer Signaturversehen.

Konvolute von Notizen, bei denen wir davon ausgehen, dass sie wahrscheinlich von Freud selbst angelegt wurde, werden in diesem Kontext belassen. 
Das Konvolut wird mit einer Signatur versehen und die einzelnen Schriften erhalten ebenfalls eine eigene Signatur, die sich jedoch von der des Konvolutes ableitet.

Zu den Titeln der Notizensammlungen und der einzelnen Notizen

Einzelne Notizen wurden vom Autor oder denjenigen, die dazu bereits publizierten, bereits mit Titeln versehen. Diese haben wir weitgehend übernommen. Darüber hinaus haben wir alle Notzen mit Titeln versehen, die aus den ersten Worten der Notiz oder einem markanten Teil des Inhalts gebildet wurden.

Zitationsvorschlag der LoC für ihre digitale Publikation aus 2017
Sigmund Freud Papers: Oversize, 1859-1985; Writings; 1897-1898; [Collection of notes on various subjects, beginning "Aus älteren Aufzeichnungen von 1897 an"], holograph manuscripts with photocopies and typewritten transcriptions; I-A.