S.
einer infantilen Neurose 133
bildung, die vielmehr durch das Ausatmen eine Identifizierung
mit den Bedauerten fernhalten sollte. Dann wandte sich die
Analyse plôtzlich im Anschluf an einen Traum in die Vor-
zeit zurück und ließ ihn die Behauptung aufstellen, daß er
bei dem Koitus der Urszene das Verschwinden des Penis
beobachtet, den Vater darum bemitleidet und sich über das
Wiedererscheinen des verloren Geglaubten gefreut habe. Also
eine neue Gefühlsregung, die wiederum von dieser Szene aus-
geht. Der narzigrische Ursprung des Mitleids, für den das
Wort selbst spricht, ist hier übrigens ganz unverkennbar.VII
Naditrige aus der Urzeit — LösungIn vielen Analysen geht es so zu, daß, wenn man sich
dem Ende nähert, plötzlich neues Erinnerungsmaterial auf-
taucht, welches bisher sorgfältig verborgen gehalten wurde.
Oder es wird einmal eine unscheinbare Bemerkung hinge-
worfen, in gleichgültigem Ton, als wäre es etwas Über-
flüssiges, zu dieser kommt ein andermal etwas hinzu, was
den Arzt bereits aufhorchen läßt, und endlich erkennt man
in jenem geringgeschätzten Brocken Erinnerung den Schlüssel
zu den wichtigsten Geheimnissen, welche die Neurose des
Kranken umkleidete.Frühzeitig hatte mein Patient eine Erinnerung aus der
Zeit erzählt, da seine Schlimmheit in Angst umzuschlagen
pflegte. Er verfolgte einen schönen großen Schmetterling mit
gelben Streifen, dessen große Flügel in spitze Fortsätze aus-
liefen, — also einen Schwalbenschwanz. Plötzlich erfaßte ihn,
als der Schmetterling sich auf eine Blume gesetzt hatte,eine schreckliche Angst vor dem Tier und er lief schreiend
davon.S.
134 Aus der Geschichte
Diese Erinnerung kehrte von Zeit zu Zeit in der Analyse
wieder und forderte ihre Erklirung, die sie lange nicht er-
hielt. Es war doch von vornherein anzunehmen, daß ein
solches Detail nicht seinetwegen selbst einen Platz im Ge-
dächtnis behalten hatte, sondern als Dcckerinnerung Wich-
tigeres vertrat, womit es irgendwie verknüpft war. Er sagte
eines Tages, ein Schmetterling heiße in seiner Sprache: Ba-
buschka, altes Mütterchen; überhaupt seien ihm die Schmetter-
linge wie Frauen und Mädchen, die Käfer und Raupen wie
Knaben erschienen. Also mußte wohl die Erinnerung an ein
weibliches Wesen bei jener Angstszene wach geworden sein.
Ich will nicht verschweigen, daß ich damals die Möglichkeit
vorschlug, die gelben Streifen des Schmetterlings hätten an
die ähnliche Streifung eines Kleidungsstückes, das eine Frau
trug, gemahnt. Ich tue das nur, um an einem Beispiel zu
zeigen, wie unzureichend in der Regel die Kombination des
Arztes zur Lösung der aufgeworfenen Fragen ist, wie sehr
man Unrecht tut, die Phantasie und die Suggestion des
Arztes für die Ergebnisse der Analyse verantwortlich zu
machen.In einem ganz anderen Zusammenhange, viele Monate
später, machte dann der Patient die Bemerkung, das Offnen
und Schließen der Flügel, als der Schmetterling saß, hätte
den unheimlichen Eindruck auf ihn gemacht. Dies wäre so
gewesen, wie wenn eine Frau die Beine öffnet, und die Beine
ergäben dann die Figur einer römischen V, bekanntlich die
Stunde, um welche schon in seinen Knabenjahren, aber auch
jetzt noch, eine Verdüsterung seiner Stimmung einzutreten
pflegte.Das war ein Einfall, auf den ich nie gekommen wäre,
dessen Schätzung aber durch die Erwägung gewann, daß der
darin blofigelegte Assoziationsvorgang so recht infantilen
Charakter hatte. Die Aufmerksamkeit der Kinder, habe ichS.
einer infantilen Neurose 135
oft bemerkt, wird durch Bewegungen weit mehr angezogen
als durch ruhende Formen, und sie stellen oft Assoziationen
auf Grund von åhnlicher Bewegung her, die von uns Er-
wachsenen vernachlåssigt oder unterlassen werden.Dann ruhte das kleine Problem wieder fiir lange Zeit. Ich
will noch die wohlfeile Vermutung erwähnen, daß die spitzen
oder stangenartigen Fortsåtze der Schmetterlingsfliigel eine
Bedeutung als Genitalsymbole gehabt haben könnten.Eines Tages tauchte schüchtern und undeutlich cine Art
von Erinnerung auf, es miiftte sehr frithe, noch vor der
Kinderfrau, ein Kindermådchen gegeben haben, das ihn sehr
lieb hatte. Sie hatte denselben Namen wie die Mutter. Gewif
erwiderte er ihre Zårtlichkeit. Also eine verschollene erste
Liebe. Wir einigten uns aber, irgend etwas müßte da vor-
gefallen sein, was spåter von Wichtigkeit wurde.Dann korrigierte er ein anderes Mal seine Erinnerung. Sie
könne nicht so gcheifen haben wie die Mutter, das war ein
Irrtum von ihm, der natürlich bewies, daß sie ihm in der
Erinnerung mit der Mutter zusammengeflossen war. Ihr rich-
tiger Name sei ihm auch auf einem Umwege eingefallen. Er
habe plötzlich an einen Lagerraum auf dem ersten Gute
denken miissen, in dem das abgenommene Obst aufbewahrt
wurde, und an eine gewisse Sorte Birnen von ausgezeich-
netem Geschmack, große Birnen mit gelben Streifen auf ihrer
Schale. Birne heißt in seiner Sprache Gruscha, und dies
war auch der Name des Kindermådchens.Also wurde es klar, daf sich hinter der Deckerinnerung
des gejagten Schmetterlings das Gedåchtnis des Kindermåd-
chens verbarg. Die gelben Streifen saßen aber nicht auf
ihrem Kleid, sondern auf dem der Birne, die so hieß wie sie
selbst. Aber woher die Angst bei der Aktivierung der Er-
innerung an sie? Die nåchste plumpe Kombination hitte
lauten können, bei diesem Mädchen habe er als kleines KindS.
136 Aus der Geschichte
zuerst die Bewegungen der Beine gesehen, die er sich mit
dem Zeichen der römischen V fixiert hatte, Bewegungen, die
das Genitale zugänglich machen. Wir ersparten uns diese
Kombination und warteten auf weiteres Material.Schr bald kam nun die Erinnerung an eine Szene, unvoll-
ständig, aber soweit sie erhalten war, bestimmt. Gruscha lag
auf dem Boden, neben ihr ein Kübel und ein aus Ruten ge-
bundener kurzer Besen; er war dabei und sie neckte ihn oder
lachte ihn aus.Was daran fehlte, war von anderen Stellen her leicht ein-
zusetzen. Er hatte in den ersten Monaten der Kur von einer
zwanghaft aufgetretenen Verliebtheit in ein Bauernmädchen
erzählt, bei der er sich mit 18 Jahren den Anlaß zu seiner
spåteren Erkrankung geholt hatte. Damals hatte er sich in
der auffålligsten Weise gestråubt, den Namen des Mådchens
mitzuteilen. Es war ein ganz vereinzelter Widerstand; er war
der analytischen Grundregel sonst ohne Riickhalt gehorsam.
Aber er behauptete, er miisse sich so sehr schåmen, diesen
Namen auszusprechen, weil er rein båuerlich sei; ein vor-
nehmeres Mådchen wiirde ihn nie tragen. Der Name, den
man endlich erfuhr, war Matrona. Er hatte miitterlichen
Klang. Das Schimen war offenbar deplaciert. Der Tatsache
selbst, daß diese Verliebtheiten ausschließlich die niedrigsten
Mädchen betrafen, schåmte er sich nicht, nur des Namens.
Wenn das Abenteuer mit der Matrona etwas Gemeinsames
mit der Gruschaszene haben konnte, dann war das Schimen
in diese frühe Begebenheit zuriickzuversetzen.Er hatte ein anderes Mal erzählt, als er die Geschichte
von Johannes Huf erfuhr, wurde er von ihr sehr er-
griffen, und seine Aufmerksamkeit blieb an den Biindeln von
Reisig hången, die man zu seinem Scheiterhaufen schleppte.
Die Sympathie für Ни 8 erweckt nun einen ganz bestimmten
Verdacht; ich habe sie bei jugendlichen Patienten oft gefun-S.
einer infantilen Neurose 137
den und immer auf dieselbe Weise aufklären können. Einer
derselben hatte sogar eine dramatische Bearbeitung der
Schicksale des H u В geliefert; er begann sein Drama an dem
Tage zu schreiben, der ihm das Objekt seiner geheim gehal-
tenen Verliebtheit entzog. Huß stirbt den Feuertod, er wird
wie andere, welche die gleiche Bedingung erfüllen, der Held
der ehemaligen Enuretiker. Die Reisigbündel beim Scheiter-
haufen des Huß stellte mein Patient selbst mit dem Besen
(Rutenbiindel) des Kindermådchens zusammen.Dieses Material fiigte sich zwanglos zusammen, um die
Liicke in der Erinnerung der Szene mit der Gruscha aus-
zufüllen. Er hatte, als er dem Mädchen beim Aufwaschen
des Bodens zusah, ins Zimmer uriniert und sie darauf eine
gewiß scherzhafte Kastrationsdrohung ausgesprochen.“Ich weiß nicht, ob die Leser schon erraten können, warum
ich diese frihinfantile Episode so ausführlich mitgeteilt
habe.” Sie stellt eine wichtige Verbindung her zwischen der
Urszene und dem späteren Licbeszwang, der so entscheidend
für sein Schicksal geworden ist und führt überdies eine
Liebesbedingung ein, welche diesen Zwang aufklårt.Als er das Midchen auf dem Boden liegen sah, mit dem
Aufwaschen desselben beschäftigt, kniend, die Nates vor-
gestreckt, den Riicken horizontal gehalten, fand er an ihr49) Es ist sehr merkwürdig, daß die Reaktion der Beschimung
so innig mit der unfreiwilligen (täglichen wie nächtlichen) Harn-
entleerung verbunden ist und nicht, wie man erwarten sollte,
cbenso mit der Stuhlinkontinenz. Die Erfahrung läßt hierüber
gar keinen Zweifel bestehen. Auch die regelmäßige Bezichung der
Harninkontinenz zum Feuer gibt zu denken. Es ist möglich, daß
in diesen Reaktionen und Zusammenhängen Niederschläge aus der
Kulturgeschichte der Menschheit vorliegen, die tiefer hinab reichen
als alles, was uns durch seine Spuren im Mythus und im Folklore
erhalten ist.50) Sie fällt etwa in die Zeit um 2% Jahre, zwischen der
angeblichen Koitusbeobachtung und der Verführung.S.
138 Aus der Geschichte
die Stellung wieder, welche die Mutter in der Koitusszene
eingenommen hatte. Sie wurde ihm zur Mutter, die sexuelle
Erregung infolge der Aktivierung jenes Bildes™ ergriff ihn,
und er benahm sich männlich gegen sie wie der Vater, dessen
Aktion er damals ja nur als ein Urinieren verstanden haben
konnte. Sein auf den Boden Urinieren war eigentlich ein
Verführungsversuch und das Mädchen antwortete darauf mit
einer Kastrationsdrohung, als ob sie ihn verstanden hätte.Der von der Urszene ausgehende Zwang übertrug sich auf
diese Szene mit der Gruscha und wirkte durch sie fort. Die
Liebesbedingung erfuhr aber eine Abänderung, welche den
Einfluß der zweiten Szene bezeugt; sie übertrug sich von
der Position des Weibes auf dessen Tätigkeit in solcher
Position. Dies wurde z. B. in dem Erlebnis mit der Matrona
evident. Er machte einen Spaziergang durch das Dorf, welches
zu dem (späteren) Gut gehörte, und sah am Rand des Teiches
ein kniendes Bauernmädchen, damit beschäftigt, Wäsche im
Teich zu waschen. Er verliebte sich in die Wäscherin augen-
blicklich und mit unwiderstehlicher Heftigkeit, obwohl er
ihr Gesicht noch gar nicht sehen konnte. Sie war ihm durch
Lage und Titigkeit an die Stelle der Gruscha getreten. Wir
verstehen nun, wie sich das Schämen, das dem Inhalt der
Szene mit der Gruscha galt, an den Namen der Matrona
knüpfen konnte.Den zwingenden Einfluß der Gruschaszene zeigt noch deut-
licher ein anderer Anfall von Verliebtheit, einige Jahre vor-
her. Ein junges Bauernmädchen, das im Hause Dienste
leistete, hatte ihm schon lange gefallen, aber er hatte es über
sich vermocht, sich ihr nicht zu nähern. Eines Tages packte
ihn die Verliebtheit, als er sie allein im Zimmer traf. Er
fand sie auf dem Boden liegend, mit Aufwaschen beschäftigt,$1) Vor dem Traume!
S.
einer infantilen Neurose 139
Kübel und Besen neben sich, also ganz wie das Mädchen in
seiner Kindheit.Selbst seine definitive Objektwahl, die für sein Leben so
bedeutungsvoll wurde, erweist sich durch ihre näheren Um-
stinde, die hier nicht anzuführen sind, als abhängig von der
gleichen Liebesbedingung, als ein Ausläufer des Zwanges, der
von der Urszene aus über dic Szene mit Gruscha seine Liebes-
wahl beherrschte. Ich habe an früherer Stelle bemerkt, daß
ich das Bestreben zur Erniedrigung des Liebesobjekts bei dem
Patienten wohl anerkenne, Es ist auf Reaktion gegen den
Druck der ihm überlegenen Schwester zurückzuführen. Aber
ich versprach damals zu zeigen, daß dies Motiv (S. 55)
selbstherrlicher Natur nicht das einzig bestimmende gewesen
ist, sondern eine tiefere Determinierung durch rein erotische
Motive verdeckt. Die Erinnerung an das den Boden auf-
waschende, allerdings in seiner Position erniedrigte, Kinder-
mädchen brachte diese Motivierung zum Vorschein. Alle
spáteren Liebesobjekte waren Ersatzpersonen dieser einen, die
selbst durch den Zufall der Situation zum ersten Mutter-
ersatz geworden war. Der erste Einfall des Patienten zum
Problem der Angst vor dem Schmetterling läßt sich nach-
tråglich leicht als fernliegende Anspielung an die Urszene
erkennen (die fünfte Stunde) Die Beziehung der Gruscha-
szene zur Kastrationsdrohung bestitigte er durch einen be-
sonders sinnreichen Traum, den er auch selbst zu übersetzen
verstand. Er sagte: Ich habe geträumt, eim Mann reißt einer
Espe die Flügel aus. Espe? mufite ich fragen, was meinen Sie
damit? — Nun, das Insekt mit den gelben Streifen am Leib,
das stechen kann. Es muß eine Anspielung an die Gruscha,
die gelbgestreifte Birne, sein. — Wespe, meinen Sie also,
konnte ich korrigieren. — Heißt es Wespe? Ich habe wirk-
lich geglaubt, es heifit Espe. (Er bediente sich wie so viele
andere seiner Fremdsprachigkeit zur Deckung von Symptom-S.
140 Aus der Gesthichte
handlungen.) Aber Espe, das bin ja ich, S. P. (die Initialen
seines Namens.) Die Espe ist natürlich eine verstimmelte
Wespe. Der Traum sagt klar, cr riche sich an der Gruscha
fiir ihre Kastrationsandrohung.Die Aktion des 2%jährigen in der Szene mit Gruscha ist
die erste uns bekanntgewordene Wirkung der Urszene, sie
stellt ihn als Kopie des Vaters dar und låft uns eine Ent-
wicklungstendenz in der Richtung erkennen, die spåter den
Namen der månnlichen verdienen wird. Durch die Ver-
führung wird er in eine Passivitåt gedrängt, die allerdings
auch schon durch sein Benehmen als Zuschauer beim elter-
lichen Verkehr vorbereitet ist.Ich тив aus der Behandlungsgeschichte noch hervorheben,
daß man den Eindruck empfing, mit der Bewältigung der
Gruschaszene, des ersten Erlebnisses, das er wirklich er-
innern konnte und ohne mein Vermuten und Dazutun er-
innerte, sei die Aufgabe der Kur geldst gewesen. Es gab von
da an keine Widerstånde mehr, man brauchte nur noch zu
sammeln und zusammenzusetzen. Die alte Traumatheorie,
die ja auf Eindriicke aus der psychoanalytischen Therapie
aufgebaut war, kam mit einem Male wieder zur Geltung.
Aus kritischem Interesse machte ich noch einmal den Ver-
such, dem Patienten eine andere Auffassung seiner Geschichte
aufzudrängen, die dem nüchternen Verstand willkommener
wåre. An der Szene mit Gruscha sei ja nicht zu zweifeln,
aber sie bedeute an und fir sich nichts und sei hinterher ver-
stårkt worden durch Regression von den Ereignissen seiner
Objektwahl, die sich infolge der Erniedrigungstendenz von
der Schwester weg auf die Dienstmådchen geworfen hätte.
Die Koitusbeobachtung aber sei eine Phantasie seiner
späteren Jahre, deren historischer Kern die Beobachtung oder
das Erlebnis etwa eines harmlosen Lavements gewesen sein
könnte. Vielleicht meinen manche Leser, erst mit diesenS.
einer infantilen Neurose 141
Annahmen hätte ich mich dem Verständnis des Falles ge-
nähert; der Patient sah mich verständnislos und etwas ver-
üchtlich an, als ich ihm diese Auffassung vortrug, und
reagierte niemals wieder auf dieselbe, Meine eigenen Argu-
mente gegen solche Rationalisierung habe ich oben im Zu-
sammenhange entwickelt.[Die Gruschaszene enthält aber nicht nur die fiir das Leben
des Patienten entscheidenden Bedingungen der Objektwahl
und behiitet uns so vor dem Irrtum, die Bedeutung der
Erniedrigungstendenz gegen das Weib zu überschätzen. Sie
vermag mich auch zu rechtfertigen, wenn ich es vorhin
abgelehnt habe, die Zurückführung der Urszene auf eine kurz
vor dem Traum angestellte Tierbeobachtung ohne jedes
Bedenken als die einzig mögliche Lösung zu vertreten (S. 100).
Sie war in der Erinnerung des Patienten spontan und ohne
mein Dazutun aufgetaucht. Die auf sie zuriickgehende Angst
vor dem gelbgestreiften Schmetterling bewies, daß sie einen
bedeutungsvollen Inhalt gehabt hatte, oder daß es möglich
geworden war, ihrem Inhalt nachtråglich solche Bedeutung
zu verleihen. Dies Bedeutungsvolle, was in der Erinnerung
fehlte, war durch die sie begleitenden Einfålle und die daran
zu kniipfenden Schliisse mit Sicherheit zu ergånzen. Es ergab
sich dann, daß die Schmetterlingsangst durchaus analog war
der Wolfsangst, in beiden Fillen Angst vor der Kastration,
zunächst bezogen auf die Person, welche die Kastrations-
drohung zuerst ausgesprochen hatte, sodann auf die andere
verlegt, an der sie nach dem phylogenetischen Vorbild An-
heftung finden mußte. Die Szene mit Gruscha war mit
2% Jahren vorgefallen, das Angsterlebnis mit dem gelben
Schmetterling aber sicherlich nach dem Angsttraum. Es ließ
sich leicht verstehen, daß das spätere Verständnis fiir die
Möglichkeit der Kastration nachträglich aus der Szene mit
Gruscha die Angst entwickelt hatte; aber diese Szene selbstS.
142 Aus der Geschichte
enthielt nichts Anstößiges oder Unwahrscheinliches, vielmehr
durchaus banale Einzelheiten, an denen zu zweifeln man
keinen Grund hatte. Nichts forderte dazu auf, sie auf eine
Phantasie des Kindes zurückzuführen; es erscheint auch
kaum möglich.Es entsteht nun die Frage, sınd wir berechtigt, in dem
Urinieren des stehenden Knaben, während das auf den Knien
liegende Mädchen den Boden aufwäscht, einen Beweis seiner
sexuellen Erregtheit zu sehen? Dann würde diese Erregung
den Einfluß eines früheren Eindrucks bezeugen, der ebenso-
wohl die Tatsächlichkeit der Urszene, wie eine vor 2% Jahren
gemachte Beobachtung an Tieren sein könnte. Oder war jene
Situation durchaus harmlos, die Harnentleerung des Kindes
eine rein zufällige, und die ganze Szene wurde erst später
in der Erinnerung sexualisiert, nachdem ähnliche Situationen
als bedeutungsvoll erkannt worden waren?Hier getraue ich mich nun zu keiner Entscheidung. Ich
muß sagen, ich rechne es der Psychoanalyse bereits hoch an,
daß sie zu solchen Fragestellungen gekommen ist. Aber ich
kann es nicht verleugnen, daß die Szene mit Gruscha, die
Rolle, die ihr in der Analyse zufiel, und die Wirkungen,
die im Leben von ihr ausgingen, sich doch am ungezwun-
gensten und vollständigsten erklären, wenn man die Urszene,
die andere Male eine Phantasie sein mag, hier als Realität
gelten läßt. Sie behauptet im Grunde nichts Unmögliches;
die Annahme ihrer Realität verträgt sich auch ganz mit dem
anregenden Einfluß der Tierbeobachtungen, auf welche die
Schäferhunde des Traumbildes hindeuten.Von diesem unbefriedigenden Abschluß wende ich mich
zur Behandlung der Frage, die ich in den „Vorlesungen zur
Einführung in die Psychoanalyse“ versucht habe. Ich möchte
selbst gerne wissen, ob die Urszene bei meinem Patienten
Phantasie oder reales Erlebnis war, aber mit Rücksicht aufS.
einer infantilen Neurose 143
andere ähnliche Fille muß man sagen, es sei eigentlich nicht
sehr wichtig, dies zu entscheiden. Die Szenen von Beobach-
tung des elterlichen Sexualverkehrs, von Verfiihrung in der
Kindheit und von Kastrationsandrohung sind unzweifelhafter
ererbter Besitz, phylogenetische Erbschaft, aber sie können
ebensowohl Erwerb persönlichen Erlebens sein. Bei meinem
Patienten war die Verführung durch die ältere Schwester
eine unbestreitbare Realitåt; warum nicht auch die Beobach-
tung des elterlichen Koitus?Wir sehen nun in der Urgeschichte der Neurose, daß das
Kind zu diesem phylogenetischen Erleben greift, wo sein
eigenes Erleben nicht ausreicht. Es füllt die Lücken der
individuellen Wahrheit mit prähistorischer Wahrheit aus,
setzt die Erfahrung der Vorahnen an die Stelle der eigenen
Erfahrung ein. In der Anerkennung dieser phylogenetischen
Erbschaft stimme ich mit Jung (Die Psychologie der un-
bewußten Prozesse, 1917, eine Schrift, die meine „Vor-
lesungen“ nicht mehr beeinflussen konnte) völlig zusammen;
aber ich halte es für methodisch unrichtig, zur Erklärung
aus der Phylogenese zu greifen, ehe man die Möglichkeiten
der Ontogenese erschöpft hat; ich sehe nicht ein, warum
man der kindheitlichen Vorzeit hartnäckig eine Bedeutung
bestreiten will, die man der Ahnenvorzeit bereitwillig zu-
gesteht; ich kann nicht verkennen, daß die phylogenetischen
Motive und Produktionen selbst der Aufklärung bediirftig
sind, die ihnen in einer ganzen Reihe von Fällen aus der
individuellen Kindheit zuteil werden kann, und zum Schlusse
verwundere ich mich nicht darüber, wenn die Erhaltung der
nämlichen Bedingungen beim einzelnen organisch wieder-
erstehen läßt, was diese einst in Vorzeiten geschaffen und
als Disposition zum Wiedererwerb vererbt haben.]In die Zwischenzeit zwischen Urszene und Verführung
(1% -- 3% Jahre) ist noch der stumme Wasserträger ein-S.
144 Aus der Geschichte
zuschieben, der fiir ihn Vaterersatz war wie die Gruscha
Mutterersatz. Ich glaube, es ist unberechtigt, hier von einer
Erniedrigungstendenz zu reden, wiewohl sich beide Eltern
durch dienende Personen vertreten finden. Das Kind setzt
sich über die sozialen Unterschiede hinweg, die ihm noch
wenig bedeuten, und reiht auch geringere Leute an die
Eltern an, wenn sie ihm ähnlich wie die Eltern Liebe ent-
gegenbringen. Ebensowenig Bedeutung hat diese Tendenz
für die Ersetzung der Eltern durch Tiere, deren Gering-
schätzung dem Kinde ganz ferne liegt. Ohne Rücksicht auf
solche Erniedrigung werden Onkel und Tanten zum Eltern-
ersatz herangezogen, wie auch für unseren Patienten durch
mehrfache Erinnerungen bezeugt ist.In dieselbe Zeit gehört noch eine dunkle Kunde von einer
Phase, in der er nichts essen wollte außer Süßigkeiten, so
daß man Sorge für sein Fortkommen hatte. Man erzählte
ihm von einem Onkel, der ebenso das Essen verweigert hatte
und dann jung an der Auszehrung starb. Er hörte auch, daß
er im Alter von drei Monaten so schwer krank gewesen war
(an einer Lungenentzündung?), daß man schon das Toten-
hemd fiir ihn bereit gemacht hatte. Es gelang, ihn ängstlich
zu machen, so daß er wieder aß; in späteren Kindheits-
jahren übertrieb er sogar diese Verpflichtung, wie um sich
gegen den angedrohten Tod zu schützen. Die Todesangst,
die man damals zu seinem Schutz wachgerufen hatte, zeigte
sich später wieder, als die Mutter vor der Dysenteriegefahr
warnte; sie provozierte noch später einen Anfall der Zwangs-
neurose (S. 110). Wir wollen versuchen, ihren Urspriingen und
Bedeutungen an spiterer Stelle nachzugehen.Får die Eßstörung möchte ich die Bedeutung einer aller-
ersten neurotischen Erkrankung in Anspruch nehmen; so daß
Eßstörung, Wolfsphobie, Zwangsfrómmigkeit die vollständige
Reihe der infantilen Erkrankungen ergeben, welche die Dis-S.
einer infantilen Neurose 145
position für den neurotischen Zusammenbruch in den Jahren
nach der Pubertät mit sich bringen. Man wird mir entgegen-
halten, daß wenige Kinder solchen Störungen wie einer
vorübergehenden Eßunlust oder einer Tierphobie entgehen.
Aber dies Argument ist mir sehr willkommen. Ich bin bereit
zu behaupten, daß jede Neurose eines Erwachsenen sich über
seiner Kinderneurose aufbaut, die aber nicht immer intensiv
genug ist, um aufzufallen und als solche erkannt zu werden.
Die theoretische Bedeutung der infantilen Neurosen für die
Auffassung der Erkrankungen, die wir als Neurosen be-
handeln und nur von den Einwirkungen des späteren Lebens
ableiten wollen, wird durch jenen Einwand nur gehoben.
Hätte unser Patient nicht zu seiner Eßstörung und seiner
Tierphobie noch die Zwangsfrömmigkeit hinzubekommen, so
würde sich seine Geschichte von der anderer Menschenkinder
nicht auffällig unterscheiden, und wir wären um wertvolle
Materialien, die uns vor naheliegenden Irrtümern bewahren
können, ärmer.Die Analyse wäre unbefriedigend, wenn sie nicht das Ver-
ständnis jener Klage brächte, in die der Patient sein Leiden
zusammenfaßte. Sie lautete, daß ihm die Welt durch einen
Schleier verhüllt sei, und die psychoanalytische Schulung
weist die Erwartung ab, daß diese Worte bedeutungslos und
wie zufällig gewählt sein sollten, Der Schleier zerriß —
merkwürdigerweise — nur in einer Situation, nämlich, wenn
infolge eines Lavements der Stuhlgang den After passierte.
Dann fühlte er sich wieder wohl und sah die Welt für eine
ganz kurze Weile klar. Mit der Deutung dieses ,,Schleiers“
ging es ähnlich schwierig wie bei der Schmetterlingsangst.
Auch hielt er nicht an dem Schleier fest, dieser verflüchtigte
sich ihm weiter zu einem Gefühl von Dämmerung, „tėnėbres“,
und anderen ungreifbaren Dingen.Erst kurz vor dem Abschied von der Kur besann er sich,
10 Freud, Schriften zur Neurosenlehre
S.
146 Aus der Geschichte
er habe gehört, daß er in einer ,,Gliickshaube zur Welt
gekommen sei. Darum habe er sich immer fiir ein besonderes
Glückskind gehalten, dem nichts Böses widerfahren könne.
Erst dann verließ ihn diese Zuversicht, als er die gonor-
rhoische Erkrankung als schwere Beschädigung an seinem
Körper anerkennen mußte, Vor dieser Krinkung seines
Narzißmus brach er zusammen. Wir werden sagen, er wieder-
holte damit einen Mechanismus, der schon einmal bei ihm
gespielt hatte. Auch seine Wolfsphobie brach aus, als er vor
die Tatsache, daß eine Kastration möglich sei, gestellt wurde,
und die Gonorrhöe reihte er offenbar der Kastration an.Die Glückshaube ist also der Schleier, der ihn vor der
Welt und ihm die Welt verhüllte. Seine Klage ist eigentlich
eine erfüllte Wunschphantasie, sie zeigt ihn wieder in den
Mutterleib zurückgekehrt, allerdings die Wunschphantasie
der Weltflucht. Sie ist zu übersetzen: Ich bin so unglücklich
im Leben, ich muß wieder in den Mutterschoß zurück.Was soll es aber bedeuten, daß dieser symbolische, einmal
real gewesene, Schleier in dem Moment der Stuhlentleerung
nach dem Klysma zerreißt, daß seine Krankheit unter dieser
Bedingung von ihm weicht? Der Zusammenhang gestattet
uns zu antworten: Wenn der Geburtsschleier zerreißt, so
erblickt er die Welt und wird wiedergeboren. Der Stuhlgang
ist das Kind, als welches er zum zweitenmal zu einem glück-
licheren Leben geboren wird. Das wäre also die Wieder-
geburtsphantasie, auf die Jung kürzlich die Aufmerksam-
keit gelenkt: und der er eine so dominierende Stellung im
Wunschleben der Neurotiker eingeräumt hat.Das wire schon, wenn es vollstindig wire. Gewisse Einzel-
heiten der Situation und die Riicksicht auf den erforder-
lichen Zusammenhang mit der speziellen Lebensgeschichte
nötigen uns, die Deutung weiter zu führen. Die Bedingung
der Wiedergeburt ist, daß ihm ein Mann ein Klysma ver-S.
einer infantilen Neurose 147
abreicht (diesen Mann hat er erst später notgedrungen selbst
ersetzt). Das kann nur heißen, er hat sich mit der Mutter
identifiziert, der Mann spielt den Vater, das Klysma wieder-
holt den Begattungsakt, als dessen Frucht das Kotkind 一
wiederum er — geboren wird. Die Wiedergeburtsphantasie
ist also eng mit der Bedingung der sexuellen Befriedigung
durch den Mann verknüpft. Die Übersetzung lautet jetzt
also: Nur wenn er sich dem Weib substituieren, die Mutter
ersetzen darf, um sich vom Vater befriedigen zu lassen und
ihm ein Kind zu gebären, dann ist seine Krankheit von ihm
gewichen. Die Wiedergeburtsphantasie war also hier nur
eine verstiimmelte, zensurierte Wiedergabe der homosexuellen
Wunschphantasie.Schen wir näher zu, so müssen wir eigentlich bemerken,
daß der Kranke in dieser Bedingung seiner Heilung nur die
Situation der sogenannten Urszene wiederholt: Damals wollte
er sich der Mutter unterschieben; das Kotkind hat er, wie
wir längst vorher angenommen hatten, in jener Szene selbst
produziert. Er ist noch immer fixiert, wie gebannt, an die
Szene, die für sein Sexualleben entscheidend wurde, deren
Wiederkehr in jener Traumnacht sein Kranksein eröffnete.
Das Zerreifien des Schleiers ist analog dem Offnen der
Augen, dem Aufgehen der Fenster. Die Urszene ist zur Heil-
bedingung umgebildet worden.Das, was durch die Klage, und was durch die Ausnahme
dargestellt ist, kann man leicht zu einer Einheit zusammen-
ziehen, die dann ihren ganzen Sinn offenbart. Er wünscht
sich in den Mutterleib zurück, nicht um dann einfach
wiedergeboren zu werden, sondern um dort beim Koitus vom
Vater getroffen zu werden, von ihm die Befriedigung zu
bekommen, ihm ein Kind zu gebåren.Vom Vater geboren worden zu sein, wie er anfánglich
gemeint hatte, von ihm sexuell befriedigt zu werden, ihm10*
S.
148 Aus der Geschichte
ein Kind zu schenken, dies unter Preisgebung seiner Männ-
lichkeit, und in der Sprache der Analerotik ausgedriickt: mit
diesen Wiinschen ist der Kreis der Fixierung an den Vater
geschlossen, hiemit hat die Homosexualität ihren höchsten
und intimsten Ausdruck gefunden.”Ich meine, von diesem Beispiel her fällt auch ein Licht auf
Sinn und Ursprung der Mutterleibs- wie der Wiedergeburts-
phantasie. Die erstere ist häufig so wie in unserem Falle aus
der Bindung an den Vater hervorgegangen. Man wiinscht
sich in den Leib der Mutter, um sich ihr beim Koitus zu
substituieren, ihre Stelle beim Vater einzunehmen. Die
Wiedergeburtsphantasie ist wahrscheinlich regelmäßig eine
Milderung, sozusagen ein Euphemismus, fiir die Phantasie des
inzestuósen Verkehrs mit der Mutter, eine anagogische
Abkiirzung derselben, um den Ausdruck von H. Silberer
zu gebrauchen. Man wiinscht sich in die Situation zuriick,
in der man sich in den Genitalien der Mutter befand, wobei
sich der Mann mit seinem Penis identifiziert, durch ihn ver-
treten låft. Dann enthiillen sich die beiden Phantasien als
Gegenstiicke, die je nach der månnlichen oder weiblichen
Einstellung des Betreffenden dem Wunsch nach dem Sexual-
verkehr mit dem Vater oder der Mutter Ausdruck geben.
Es ist die Möglichkeit nicht abzuweisen, daß in der Klage
und Heilbedingung unseres Patienten beide Phantasien, also
auch beide Inzestwiinsche, vereinigt sind.Ich will noch einmal den Versuch machen, die letzten
Ergebnisse der Analyse nach dem gegnerischen Vorbild um-
zudeuten: Der Patient beklagt seine Weltflucht in einer52) Der mögliche Nebensinn, daß der Schleier das Hymen dar-
stellt, welches beim Verkehr mit dem Manne zerreift, trifft nicht
genau mit der Heilbedingung zusammen und hat keine Beziehung
e Leben des Patienten, fiir den die Virginitit keine Bedeutungatte,
S.
einer infantilen Neurose 149
typischen Mutterleibsphantasie, erblickt seine Heilung allein
in einer typischgefaßten Wiedergeburt. Diese letztere drückt
er in analen Symptomen entsprechend seiner vorwiegenden
Veranlagung aus. Nach dem Vorbild der analen Wieder-
geburtsphantasie hat er sich eine Kinderszene zurechtgemacht,
die seine Wünsche in archaisch symbolischen Ausdrucks-
mitteln wiederholt. Seine Symptome verketten sich dann, als
ob sie von einer solchen Urszene ausgingen. Zu diesem
ganzen Rückweg mußte er sich entschließen, weil er auf eine
Lebensaufgabe stieß, für deren Lösung er zu faul war, oder
weil er allen Grund hatte, seinen Minderwertigkeiten zu
mißtrauen und sich durch solche Veranstaltungen am besten
vor Zurücksetzung zu schützen meinte.Das wäre alles gut und schön, wenn der Unglückliche nur
nicht schon mit vier Jahren einen Traum gehabt hätte, mit
dem seine Neurose begann, der durch die Erzählung des
Großvaters vom Schneider und vom Wolf angeregt wurde,
und dessen Deutung die Annahme einer solchen Urszene
notwendig macht. An diesen kleinlichen, aber unantastbaren
Tatsachen scheitern leider die Erleichterungen, die uns die
Theorien von Jung und Adler verschaffen wollen. Wie
die Sachen liegen, scheint mir die Wiedergeburtsphantasie
eher ein Abkömmling der Urszene, als umgekehrt die Urszene
eine Spiegelung der Wiedergeburtsphantasie zu sein. Viel-
leicht darf man auch annehmen, der Patient sei damals, vier
Jahre nach seiner Geburt, doch zu jung gewesen, um. sich
bereits eine Wiedergeburt zu wünschen. Aber dieses letztere
Argument muß ich doch zurückziehen; meine eigenen
Beobachtungen beweisen, daß man die Kinder unterschätzt
hat, und daß man nicht mehr weiß, was man ihnen zu-
trauen darf"?53) Ich gebe zu, daß diese Frage die heikelste der ganzen
analytischen Lehre ist. Ich habe nicht der Mitteilungen vonノ
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Aus der Geschichte einer infantilen Neurose1918-004/1931
1918-004/1931/8