• S.

    Wien 2.5.91

    Lieber Freund

    Auf den Referenten u auf dieß Ergebeniß
    bin ich allerdings stolz. Ich denke mir,
    der Schwung des Referates wird nicht wenig
    zum Erfolg beigetragen haben. In wenig
    Wochen werde ich mir die Freude machen
    Ihnen ein Heft über Aphasie zu schicken,
    an dem ich selbst mitg rößerer Wärem
    betheiligt bin. Ich bin darin sehr frech, messe
    meine Klinge mit Ihrem Freund Wernicke,
    mit Lichtheim, Grashey u kratze selbst den

  • S.

    hochthronenden Götzen Meynert. Ich bin recht neu-
    gierig, was Sie zu der Leistung sagen werden. 
    Infolge ihres bevorzugten Verhältnisses 
    zum Verf. wird Ihnen einiges bekan̄t 
    vorkom̄en. Es ist übrigens mehr mehr suggestiv 
    als ausgeführt. 

    Was machen Sie sonst außer daß Sie emine 
    Arbeit referiren? Bei mir bedeutet das 
    „sonst“ einen zweiten Jungen, Oliver jetzt 3
    Monate alt. Sehen wir uns heuer? 

    Mit herzl. Gruß Ihr