[Vortrag] Das Seelenleben des Kindes 1899-001/1932

Knöpfmacher, Wilhelm (1899-001/1932): [Vortrag] Das Seelenleben des Kindes

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    Editorische Anmerkung: 
    Dies ist ein Bericht aus 2. Hand, verfasst von Dr. Wilhelm Knöpfemacher, in dem zwei Vorträge Freuds auf Seite 376 Erwähnung finden. 

    […]

    Entstehungsgeschichte und Chronik
    der Vereinigung „Wien“ B’nai B’rith
    in Wien.

    Vom Ehren-Vize-Großpräsidenten des österreichischen Distriktes
    XII. U. O. B. B. Dr. Wilhelm Knöpfmacher.
    (8. Fortsetzung).

    In der Sitzung vom 13. März wurde beschlossen, dem Ver-
    eine „Ferienheim“ den Betrag von 300 K als einmalige Spende
    und außerdem einen Jahresbeitrag von 100 K für das Jahr 1900,
    weiters dem „Dr. Brecher’schen Siechenhause“ einen Jahres-
    beitrag von 20 K zu widmen.

    Behufs Ermöglichung der Herausgabe eines im Manuskript
    vorgelegenen Werkes über die Alexandrinische Epoche von Dr.
    Weinstein „Zur Genesis der Agada II, die alexandrinische
    Agada“, wurde der Betrag von 300 K durch private Sammlung
    unter den Brüdern aufgebracht.

    An der Einweihungsfeier des neuen Logenhauses in Karls-
    bad beteiligte sich unsere Vereinigung mit einer dreigliedrigen
    Deputation, bestehend aus dem Expräs. Dr. Gustav Langstein,
    Prof. Dr. Ehrmann und Gottlieb Lederer.

    Am 8. Mai wurde die vom Präs. Dr. Knöpfmacher aus-
    gearbeitete „Geschäftsordnung für das Unterstützungs-Komitee“
    nach Vorberatung in diesem Komitee auf Grund eines vom
    Br. Heinrich Teltscher erstatteten Referates en bloc ange-
    nommen.

    In derselben Sitzung wurden über die vom Br. Dr. Edmund
    Kohn bereits früher angeregte Frage betreffend die Gründung
    einer zweiten Zweigvereinigung in Wien, bezw. die Stellung-
    nahme unserer Vereinigung zu einer derartigen Gründung nach
    eingehender Debatte folgende zwei Beschlüsse gefaßt:

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          1. „Die Vereinigung ,Wien‘ beschließt für den Fall, als sich
             in Wien eine zweite Zweigvereinigung unseres Bundes bilden
             sollte, dieser ihre Vereinslokalitäten gegen einen später
             festzustellenden Beitrag zum Zins und zur Erhaltung zur
             Verfügung zu stellen“.
          2. „Daß allen für diese Vereinigung angemeldeten Kandidaten,
             falls sie in die Vereinigung ,Wien‘ eingeführt werden
             sollten, die Eintrittsgebühren nach Konstituierung der
             neuen Vereinigung zurückerstattet werden.“

    Durch diese Beschlüsse sollte die Bahn für eine, die Grün-
    dung einer zweiten Bundesvereinigung in Wien abzielende Aktion
    geebnet und deren Inangriffnahme im Laufe des Sommers 1900
    ermöglicht werden.

    Da die Bewegung aber in den Sand zu verlaufen drohte,
    mußte die Frage der 2. Logengründung im November 1900
    neuerlich erörtert werden, da in der Sitzung vom 11. November
    1900 eine Zuschrift des s. w. Verbandes zur Verlesung kam, in
    welcher die Inangriffnahme dieser Logengründung dringend
    empfohlen wurde.

    Es wurde ein Komitee zur eingehenden Beratung dieser
    Frage bestellt und nach eingehender Diskussion in der Sitzung
    vom 18. Dezember beschlossen, daß die Vereinigung „Wien“
    im Prinzip mit der Gründung einer zweiten Vereinigung einver-
    standen sei und den Modus procedendi einer späteren Beschluß-
    fassung vorbehalte.

    Infolge des steten Anwachsens der Mitgliederzahl und des
    stetig guten Besuches der Sitzungen war das Bedürfnis nach
    einer räumlichen Ausdehnung des Sitzungssaales und nach Ein-
    richtung einer gut funktionierenden Ventilation in demselben akut
    geworden, ebenso hatte sich anläßlich der provisorischen Ein-
    führung gemeinsamer Imbisse kalter Speisen in den Vereinsloka-
    litäten gezeigt, welch ein erfreuliches Bedürfnis nach längerem
    geselligen Zusammensein unter den Mitgliedern bestand.

     Es wurde daher vom Präsidenten ein besonderes Komitee
    bestellt, welches in mehrfachen Sitzungen über alle diese Fragen
    Beratungen pflog und dank der eifrigen Mitwirkung eines geni-
    alen Baukünstlers, des Mitgliedes Architekten F l e i s c h e r, eine
    überraschend befriedigende Lösung derselben herbeiführte.

    In der Sitzung vom 11. November wurden nach dem Refe-
    rate des Architekten folgende Vorschläge des Komitees ange-
    nommen:
          1. Die Vergrößerung des Beratungssaales durch Wegnahme
             einer Wand (die Ausführung dieses Beschlusses wurde
             über nachträglichen Antrag des Beamtenrates auf spätere
             Zeit verschoben).
          2. Die Einrichtung einer Ventilation im Beratungssaale.
          3. Die Herstellung eines großen Speisesaales durch Vereini-
             gung mehrerer Nebenräume.

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          Durch diese Beschlüsse, deren Ausführung nahezu drei Mo-
    nate in Anspruch nahm und mit großen materiellen Opfern ver-
    bunden war, wurde das Vereinslokal vollkommen zweck-
    entsprechend umgestaltet und insbesondere die Möglichkeit ge-
    schaffen, die für die Entfaltung der Geselligkeit und Freund-
    schaft unter den Vereinsmitgliedern besonders wichtigen Bruder-
    mahle in den Vereinsräumen selbst regelmäßig abzuhalten.

          Von der Vereinsbetätigung nach außen ist noch hervor-
    zuheben der in der Sitzung vom 27. November von Br. Direktor Wil-
    helm K u x gestellte Antrag, daß die Vereinigung „Wien“ den in Wien
    bereits bestehenden, aber gewissermaßen stagnierenden „Verein
    zur unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande“
    unter seine Fittige nehme.

          Dieser Antrag wurde im Beamtenrate einer eingehenden Be-
    ratung unterzogen, es wurde hiebei festgestellt, daß der Beteili-
    gung unserer Vereinigung an dem genannten Vereine vorerst eine
    vollständige Umgestaltung desselben im Wege einer gründlichen
    Statutenänderung vorausgehen müßte.

          Es wurde hierüber mit dem Vorstande des genannten Ver-
    eines unterhandelt und nach prinzipiellem Einverständnisse des-
    selben zur Vornahme der erforderlichen Statutenänderung wurden
    auf Grund eines vom Br. Dr. Wilh. K n ö p f m a c h e r ausgear-
    beiteten Statutenentwurfes diese neuen Statuten im Wege fort-
    gesetzter längerer Beratungen, an welchen sich außer dem Vor-
    stande des genannten Vereines unsere Mitglieder Expräs. Dr.
    K o h n, Dr. K u h, Präs. Dr. K n ö p f m a c h e r, Dir. Wilh. K u x,
    Baurat S t i a s n y, Eduard G l a s e r und Eduard S c h w a r z be-
    teiligten, festgestellt und der Statthalterei zur Genehmigung
    überreicht.

          Außer dieser Betätigung der Vereinigung nach außen und
    innen wurde in der VIII. Amtsperiode auch auf dem Gebiete der
    geistigen Interessen eine eifrige Tätigkeit entfaltet. Es wurden im
    Laufe derselben 10 selbständige Vorträge, darunter 4 in beson-
    deren Versammlungen abgehalten, und zwar:

          1. Am 23. Jänner 1900 von Br. Architekt Fleischer „Über
             Bruderschaftsbündnisse“.

          2. Am 9. Februar 1900 von Br. Prof. Freud vor Damen
             „Über das Seelenleben des Kindes“.

          3. Am 27. Februar von Br. Bernhard Jerusalem „Über
             die landwirtschaftliche Aktion des zu gründenden Hilfs-
             vereines für Galizien“.

          4. Am 8. März von Br. Architekten Fleischer vor Damen
             „Aus meinen Erinnerungen an den Wiener Rathausbau“.

          5. Am 27. März von Prof. Ehrmann über „Jüdische Denker
             zu Beginn unserer Zeitrechnung“.

          6. Am 24. April von Br. Prof. Freud „Über Fecondité von
             Zola“.

          7. Am 11. November von Br. Dr. Josef Jerusalem „Über
             Haeckels Welträtsel“.

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          8. Am 22. November von Br. Dr. Josef Pollak vor Damen
             „Über Friedrich Nietzsche“.
          9. Am 4. Dezember von Br. Dr. Flax von der Cremieux-
             Loge in Borlak (Rumänien) „Über die Aussichten der
             Juden in Rumänien“.
          10. Am 11. Dezember von Br. Dr. Moritz Friedländer
             vor Damen über „Die jüdische Sybille“.

          Leider hatte die Vereinigung im Jahre 1900 den überaus
    schmerzlichen Verlust von drei ausgezeichneten Mitgliedern zu
    beklagen, dreimal in kurzer Aufeinanderfolge mußten die Mit-
    glieder zu feierlichen Trauersitzungen einberufen werden, ins-
    besondere hat das ganz unvermittelte, plötzliche Hinscheiden des
    ob seiner seltenen Tugenden allgemein beliebten und verehrten
    Br. Sigm. Rosenfeld einen geradezu erschütternden und be-
    sonders nachhaltigen Eindruck auf die Vereinigung „Wien“ und
    deren Mitglieder hervorgerufen und es wurde zur ewigen Erinne-
    rung an dieses ausgezeichnete Mitglied in der Sitzung vom
    9. Oktober 1900 beschlossen, daß der Humanitäts-Fond, welcher
    der Initiative des Dahingeschiedenen seine Entstehung verdankt,
    für alle Zeiten den Namen Sigmund Rosenfeld-Fond zu tragen
    habe.

          Im Laufe des Jahres 1900 wurden 18 ordentliche Vereins-
    sitzungen, darunter 3 Trauerversammlungen, und überdies 4 außer-
    ordentliche Vortragsabende mit Zuziehung der Damen abgehalten.

          Der Besuch dieser Versammlungen war sehr erfreulich, in-
    dem durchschnittlich 96 Mitglieder, d. i. 60% der Brüder, an
    jeder Versammlung teilnahmen.

          In derselben Zeit wurden 22 neue Mitglieder in die Ver-
    einigung eingeführt, 1 Mitglied (Sigmund Weiss) trat aus, so
    daß sich die Mitgliederzahl der Vereinigung bei Berücksichtigung
    der 3 Todesfälle am Ende des Jahres 1900 auf 169 stellte.

          Folgende Mitglieder sind der Vereinigung „Wien“ während
    des Jahres 1900 beigetreten :

          Dr. Gustav A r e n s, Kaufmann in Wien.
          Paul L e m b e r g e r, Kaufmann in Wien.
          David R o t t e r, Vertreter der I. C. A. in Wien.
          Ludwig A b e l e s, Kaufmann in Mistelbach.
          Dr. Franz S c h m i t z, Advokat in Mistelbach.
          Alois F i s c h l, Kaufmann in Klosterneuburg.
          Emil K o c h, Kaufmann in Wien.
          Carl H i r s c h, Kaufmann in Wien.
          Isidor M a u t h n e r, Fabrikant in Wien.
          Med. Dr. Josef P o l l a k, Univ.-Dozent in Wien.
          Bernhard T a u s s i g, Kaufmann in Linz.
          Dr. Moritz F r i e d l ä n d e r, Privatgelehrter in Wien.
          Adolf S c h w a r z, kais. Rat in Wien.
          Rudolf W i n t e r n i t z, Kaufmann in Wien.
          Ferdinand G o l d s c h m i d t, Kaufmann in Wien.

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          Kais. Rat Dr. Theodor L i e b e n, I. Sekretär der Isr. Kultus-
          gemeinde in Wien.
          Dr. Béla T a u s s i g, Bankier in Wien.
          Dr. Wilhelm P a p p e n h e i m, Advokat in Wien.
          Adolf F ü r s t, Kaufmann in Linz.
          Dr. Benjamin G o m p e r z, Univ.-Dozent in Wien.
          Julius G r a n i c h s t ä d t e n, Kaufmann in Wien.
          Med. Dr. Ludwig B r a u n, Univ.-Dozent in Wien.

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