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S.
15. XI. 1931
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Ich war grade dabei, Ihnen eine Karte zu schreiben, auf der nichts stehen sollte als ein grosses ?, als Ihr erster Brief kam mit Ihren guten Nachrichten, und ehe ich antworten konnte, Ihr zweiter. Ich rechne natürlich darauf, fortgesetzt von Ihnen zu hören und bin jetzt vor allem erwartungsvoll eingestellt auf die Berichte über Ihre Mutter aus dem Haag.
Selbst war ich in den letzten 10 Tagen ziemlich krank an einer Magen-Darm-Revolution, musste sogar eine Analysenstunde mitten drin wegen eines Kolonkrampfes abbrechen.
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S.
Jetzt funktioniert alles wieder, aber der Magen ist noch empfindlich und schonungsbedürftig.
Das Geschichten von Jette ist reizend. Warum sind beim Menschen die Knospen immer soviel erfreulicher als die Blüten?
In dieser Frage kündigt sich schon das nächste Thema an. Ihre prächtige Orchidee hat in dem, was wir ihr bieten konnten, ihr heimisches Ostindien offenbar nicht wiedergefunden. Sie verfiel so sichtlich, dass wir Frl Dr Fürth gebeten haben, sich ihrer wieder anzunehmen.
Mit herzlichen Grüssen und Wünschen für Sie Alle
Ihr
Freud
Khevenhüllerstr 6.
Wien 1180
Österreich
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