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29. XI. 31.
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Ich weiss, dass ich Ihnen lange nicht geantwortet habe. Die Zeit verlief nicht ohne Störung. Ich war selbst in mehrfacher Weise leidend u wir waren alle schwer in Anspruch genommen durch die gefährliche Erkrkankung von Marianne Kris' neugeborener Tochter -- an Melaena neonatorum. Jetzt ist das Kind durch eine Bluttransfusion gerettet worden u ich selbst wieder soweit wol, um schreiben zu können. Auch ist heute ein Sonntag.
Sie haben ganz richtig erraten, warum ich Ihnen so vorsichtig schrieb, ich befürchtete eine häusliche Briefzensur. Nun da Sie mich darüber beruhigt haben, sage ich gern, dass ich Ihre Hoffnung auf Hans' volle Herstellung theile. Nur
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S.
die scharfe Scheidung der normalen und der närrischen Zustände ist mir ein ungewohnter Zug. Ich bin sehr begierig auf Ihre weiteren Nachrichten.
Sie wissen von Martin's Besuch in Berlin. In den Tagen hatte ich also in dieser Stadt drei gesunde und arbeitsfähige Söhne, von denen keiner einen Heller erwerben kann. Heitere Zeiten.
Ich möchte Hans gerne für die Mühe danken lassen, die er sich mit der Besorgung von Zigarren für mich gegeben hat. Aber leider, sie sind so hart, dass ich sie nicht rauchen kann, die eine Sorte überhaupt nicht, von der anderen hie u da ein Stück. Vielleicht sagen Sie es ihm gar nicht.
Mit Dez bitte ich Sie um Ihre Thätigkeit als finanzielle Zwischenstufe. Max' Adresse (m 210) ist Neuer Wall 54.
Ich hoffe, sehr bald von Ihnen zu hören u grüsse Sie herzlich
Ihr Freud