N. N. (1919-516/1919): Protokoll der (XVIII. / 3.) Sitzung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 21. Dezember 1919. W. Fokschaner: Über einen Fall von Paranoia
S.
Sitzung am 21. Dezember 1919.
Anwesend: Prof., Sadger, Nepallek, Deutsch, Bernfeld, Schmideberg,
Fokschaner, Dr. Storfer, Winterstein,
Erwin Kohn, Dr Storfer, Dr. Jokl, Frl Schott.
Wahlen: Schmideberg, Hattingberg. (Einstimmig aufgenommen)
Dr Bernfeld Referat über den Ergänzungs-Verein (liegt bei)
Prof. Freud: Eigener Laien-Verein oder nicht? etc. Schlägt eigenen Diskussions
Abend darüber vor, in ca. 14 Tagen.
Prof Freud: konstatiert ein Minder-Interesse der sooft abwesen-
den ärztl. Mitglieder. Man sollte ihnen die Kabinetts-
frage stellen u. dch. diese Mahnung ihnen aus-
zurichten ferner wünscht er freies Vortragen, nicht
Lesen.
Vortrag Dr. Fokschaner: Über Paranoia. Zu kurzem Referat
nicht geeignet.
Diskussion: Dr Schmideberg. - Prof. Freud ist gegen die Überdehnung
von Begriffen, Terminis auf Gebiete, auf die sie ab origine nicht
anwendbar sind. findet das Aufwerfen der Frage, woher das Verfolgt-
sichfühlen bei Dr Paranoia kommt, wertvoll.
Dr Hug: Oft kommt der Vater für das Kind erst in Betracht,
wenn er Eifersucht erregt etc.
Prof Freud sieht im Vortrag e. Überschätzung des Weibes, den
Traum auf das Schema des Inzests vereinfacht. Der Vortrag.
habe vergessen, dass es auch weibl. Paranoiker gibt.
ferner überschätze Dr F. das Mutterleibsthema. Nicht jeder Traum
sei sexuell. Dr F. gehe zu weit, ziehe nur letzte Schlüsse.