Reik, Theodor (1921-518/1921): Protokoll der (WS 21/ 5.) Sitzung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 30. November 1921. Hans Kelsen: Der Begriff des Staates und Freuds Massenpsychologie
S.
5. Sitzung am 30. November 1921.
Prof. Federn, Dr. Sadger, Prof. Pötzl, Dr. Federn, Prof. Kelsen,
Prof. Przbram, Doz. Pappenheim, Bychowski, Dr. Fordes, Frau
Dr. Sachs, Silberer, Dr. Weiss, Dr. Winterstein, Prof. Holzknecht
Fokschaner, Storfer, Fenichel, Reich, Jokl, Bernfeld, Dr. Hitsch-
mann, Reik, Rank, Sarasin, Kempner, Nunberg, Deutsch, Storfer,
Prof. Freud: Dr. Reinhold solle Mitglied der Vereinigung bleiben,
Zeitschriften sollen zum jetzigen Preis abgegeben werden.Frau Sachs:
Professor Kelsen: „Der Begriff des Staates und Freuds Theorie der
Massen!“
Silberer: Unterscheidung zwischen Massenseele und Seele der
Einzelnen. Herde lehnt Freud /ab/, bleibt offene Frage. Bezweifelt Un-
terschied zwischen Herde und Horde. Wichtig ist Staat und Masse
zu unterscheiden.
Dr. Reik: Artifizielle und primitive Massen.
Dr. Federn: Die Frage, ob Kollektiv- oder Massenseele
gibt; ist aufzugeben. Ist Staat noch als Massenerschei-
nung zu behandeln?WeistWeist auf Freuds
Lustprinzip hin. Der artifizielle Staat gibt dem In-
dividuum die Fähigkeiten der Realitätsbeherrschung
zurück, Beherrschung desRealitätsbeherrscherLustprin-
zips.S.
Im Staat bleibt Lustprinzip bestehen. Auch in
Ameri
bleibt Lustprinzip bestehen.
Rank: der Gegensatz zwischen Soziologie und Psy-
chologie, bei gewissen Grenzen bleibt nur Soziologie.
Von hochwertigen Bildungen ausgehend kommen wir zu
primitiven Massen. Mit primitiveren Bildungen beschäfti-
gen. Bei Identifizierung bei Masse handelt es sich nichtum
um wahrgenommene Gemeinsamkeiten, sondern um unbe-
wußte. Die Staatsidee wirdbeian Stelle derIdVater-
identifizierung. Die Gefühlsbindung bleibt auch bei arti-
fiziellen Massen bestehen. ÜberlagerungartifizialerVor-
primitiverer Vorgänge durch höherwertige.
Dr. Bernfeld: Eindruck, Keine Gegensätze größerer Schärfe
vorhanden. An Stelle derartifiziellenPerson tritt die
Idee bei Kelsen. Verweist auf Beispiel der Jugendbewegung.
Prof. Freud: die Arbeit hat psychologische Zwecke ver-
folgt, um in Analyse des Ichs weiterzukommen.
Der Weg für Ichanalyse ginge über das Verständ-
nis narzißtischerPsyPsychosen, aber auch von sozialer
Seite. Das Interesse der Psa geht auf Ichanalyse. Hat Problem des
Staates wegen Kompliziertheit nicht behandelt. x Der Na-
me Masse hat seine Schwierigkeiten, hätte auch Vergesell-
schaftungen nehmen können;die AngstProf. Kelsen hatS.
Angst vor
Hyphilosophischen Hypostasierungen; der Übergang
zwischen primären und artifiziellen Massen ist kein
starker. Eigenheiten des Staates sind noch immer ar-
chaisch.
Prof Kelsen: Zwischen artifiziellen und primitiven Massen
schien nur großer Unterschied zu sein. Es gibt
nur primitive Massen. Im Staat auch primitive Er-
scheinungen.