[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Referate und kasuistische Mitteilungen aller Anwesenden 1908-432/1908.01

Rank, Otto (1908-432/1908.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Referate und kasuistische Mitteilungen aller Anwesenden

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    Vierter Vortragsabend
    am 4. November 1908.

     

     

    Referate und Kasuistische Mitteilungen

    aller Anwesenden.

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    Deutsch hat nichts besonderes von interessanten Erscheinungen zu
    melden. Nur zwei Bücher von Flammarion: „Unbekannte Naturkräfte“ u.
    „Unerforschte Seelenkräfte“, die er gelegentlich eines Vortrags über
    Phänomene des Hautmagnetismus besprechen wird. —
    Dann teilt er zwei Stellen aus Langmanns Novellensammlung: Wirkung
    der Frau mit. —

    Steiner berichtet über eine Arbeit aus d. Zeitschr. f. Urologie über Papillome
    in der hintern Harnröhre u. ihren Zusammenhang mit sexueller
    Neurasthenie von Frank in Berlin, der durch Abtragen der Papillome
    den neurasthenischen Zustand beseitigen konnte. Ein interessanter
    aber keineswegs ganz neuer Hinweis.

         Dann ergänzt Steiner den Bericht eines Falles, den er am Schluss der
    vorigen Saison erwähnte, eine psychischen Impotenz, die er damals ge-
    heilt glaubte, die aber, wie sich jetzt herausstellt, tief mit den
    Beziehungen zur Schwester zusammenhing.

         Dann erzählt er eineinen Traum, denein gonorrh. Pat., seiner Geliebten ziemlich
    einwandfrei gedeutet hatte, bis auf den Punkt, dass der Betreffende
    sich selbst nicht in dem Leichnam erkannte, der in dem Traum
    vorkam.

    Hitschmann bemerkt, wie auffällig kurz u. erfolgreich Steiner Be-
    handlungen scheinen. Sie stünden eigentlich an der Grenze zwischen
    Psychoanalyse und Anamnese. —

    Prof. Freud erwähnt in dem Diskurs, der sich daran knüpft, dass das
    direkte Zusagen der Komplexe für den Pat. gar keinen Wert habe,
    da selbst, wenn mitunter einem Pat. die richtige Lösung ins
    Bewusstsein kommt u. es ist Chance vorhanden sie abzu-
    weisen, das auch geschieht. —

    Reitler referiert über die Zeitschr. f. Sex. Wissensch. vom Juni – Okt.
    An den Artikel Abrahams über die psycholog. Beziehungen zwischen
    Sexualität u. Alkoholismus knüpft sich eine längere Diskussion:

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    Rie glaubt, dass wohl nicht alle mit Abraham einverstanden
    seien. Das Freiwerden von Trieben hat darin seinen Grund, dass
    das Gift eben alle Verdrängungen aufhebt, nicht nur die
    sexuellen. Auch mit der Differenzierung der Geschlechter
    sei er nicht einverstanden, was den Alkohol betrifft. Das sei darauf
    zurückzuführen, dass in früheren Zeiten die Sitte von den Männern
    gemacht worden ist. — Im Wesentlichen schildere A. nur die
    Schädlichkeiten des Alkohols.

    Wittels verweist auf seine in „Verbot der Fruchtabtreibung“ gemachte
    Bemerkung, dass eine der wichtigsten sozialen Wirkungen
    des Alkohols die Erhöhung des Kindersegens in den niederen
    Volksschichten sei, da die Leute im Alkoholismus die Vorsichten
    ausser acht lassen.

    Hitschmann findet A. Arbeit einseitig. So könne z. B. der Komment
    auch manchen gerade vor sexuellen Schädlichkeiten bewahren.
    Auch wirke der Alkohol nicht gerade immer erregend. —

    Adler kann Beobachtung bestätigen.

    Graf erwähnt, dass bei Frauen, die auch durch äussere Umstände
    am Alkoholgenuss verhindert sind, das Kaffeekränzchen u. der
    Zuckerbäcker gewissen Ersatz bilden.

    Prof. Freud erwähnt eine grosse Partei; die auch derselben
    Ansicht sei wie Abraham, Wittels etc. — nämlich die Antialko-
    holiker; diese Bewegung scheine, aus der ganzen Art ihres
    Auftretens eine Verschiebung von der sexuellen Abstinenz
    her zu sein. — Der Alkohol eigne sich sehr gut dazu, Urlust
    zu ergeben, aber auch bei übermässigem Genuss eine Störung
    der Leistung zu bewirken. —

         Ries Bedenken, so richtig sie auch sind, erschöpfen
    doch den Kern der Sache nicht. Die Aufhebung der sexuellen
    Hemmungen interessiert uns eben besonders u. hat
    als Tatsache ja auch ein Recht dazu. — Ebenso sei auch

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    die Differenz der Geschlechter diesbezüglich zu deutlich, wofür
    man natürlich auch den konstitutionellen Faktor verant-
    wortlich machen müsse. Das Vorhandensein äusserlicher, so-
    zialer Relationen schliesse hier — wie überall — die tieferen
    Beziehungen und Zusammenhänge nicht aus. —

    Die Erklärung der Eifersucht in diesem Zusammenhang er-
    scheine oberflächlich: als einfache Projektion der eigenen
    Impotenz des Mannes. Die paranoische Eifersucht sei klar
    zu durchschauen: es handle sich immer um das Hervor-
    treben der unterdrückten oder sublimierten homo-
    sexuellen Komponente. Die Frau verdächtigt z. B. den Mann auf die
    sonderbarste Weise; nicht etwa mit ihren schönen Freundinnen,
    sondern mit Personen, die ihr gefallen, oft mit alten
    Frauen u. besonders mit solchen, bei denen die infantile
    Anhänglichkeit sich deutlich wiederzeigt: so etwa mit einem
    Dienstmädchen oder einer Wärterin, mit der Amme u. dgl. — Mit
    diesen selben Personen verkehrt sie selbst ganz freundschaftlich.
    Sie projiziert also ihr homosexuelles Wohlgefallen als
    Eifersucht auf den Mann. — Geradeso verhält es sich mit
    dem Eifersuchtswahn des Mannes. Die Unbewusstheit
    aber des ganzen Vorgangs äußert sich in der Umkehrung des
    ganzen Verhältnisses. Die Paranoia nimmt regelmässig
    ihren Ausgang von der Ablehnung einer neu auftauchenden
    homosexuellen Neigung. Für diese Auffassung sind eine Reihe
    von Details charakteristisch. Eine Analogie dazu — auf ganz
    anderm Gebiet — wäre etwa die eigentümliche Sympathie des betrogenen
    Ehemannes für den Freund seiner Frau. Er benutzt seine
    homosexuelle Neigung zu dem Liebhaber um nichts zu bemerken. —
    Hinter der alkoholischen Auffassung Abrahams stecke die toxische
    Auffassung des Sexuallebens, die das Volksbewusstsein schon
    längst entdeckt hat. Wir setzen einfach den „Liebestrank“ der
    Sage in Wissenschaft um. — So grosse Dinge darf man eben
    nur wiederentdecken.

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    Reitler setzt sein Referat mit Rohleders Artikel über „Masturbatio
    interrupta“ fort.

    Joachim bemerkt dazu, dass dabei Ejakulationen in die Blase
    vorkämen, was Steiner auch bei Coitus reservatus beobachtet hat (in
    Siebenbürgen üblich nach Bloch). —

    Stekel erwähnt die Eigenbeobachtung, dass er nach oft betriebe-
    ner Masturbatio interrupta in der Jugend später auch längere Zeit es
    beim Koitus zu keiner Ejakulation bringen konnte und auch aus Pollu-
    tionsträumen vor der Ejakulation mit Angst vor dem Samenverlust er-
    wachte. Er berichtet auch von dem ähnlichen Fall einer Dame, die
    vor dem Orgasmus die Kohabitation mit dem Mann plötzlich und gewalt-
    sam unterbricht. — Die Masturbatio interrupta sei gewiss eine der Ur-
    sachen für Angstneurosen.

    Prof. Freud bemerkt, dass die Masturbatio interrupta die Be-
    deutung einer schweren Form frustraner Erregung habe. —

    Hitschmann verweist mit Bezug auf Stekels Fall auf den schon
    erwähnten Fall einer Dame, die quasi auch Coitus interruptus betrieb.

    Stekel sieht den psychischen Mechanismus dieser Masturbatio
    interrupta darin, dass die Betreffenden lange mit der Versuchung der
    Onanie kämpfen, dass aber dann, sobald der erste Schritt getan ist, die
    Hemmungsvorstellungen wieder auftauchen.

    Adler erwähnt auch 2 Fälle der Masturbatio interrupta, die aber
    nie das einzige Symptom sei, sondern tief mit andern Symptomen ver-
    quickt vorkomme. Es sei auch nicht der Anfang einer Neurose, sondern
    mitten drin. — Stekels Erklärung sei unzureichend und mangelhaft, die
    Beobachtung aber lasse sich bestätigen. — Es gebe auch eine Form der
    psychischen Impotenz, wo Erektion eintritt, aber keine Ejakulation. —
    Er verspreche in einer Arbeit: „Über die Einheit der Neurosen“ Auf-
    klärung über diese Vorgänge zu geben.

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    Hitschmann erwähnt zunächst wieder den Fall der Frau mit Stimm-
    ritzenkrampf und bemerkt auf die Frage des Professors, ob Pat. früher
    an Vaginismus gelitten habe, dass er nichts darüber sagen könne.
    Dann erwähnt er Fälle von sogenannten psychogenen Dyspepsien.
    Eigentlich sollte man auch bei jeder Blinddarmentzündung
    einen Nervenarzt zu Rate ziehen, weil sie oft unnützer Weise operiert
    werden u. sich später oft als Hysterie herausstellen.

         Von einem Kollegen berichtet er den Fall einer Angstneurose, deren
    Ursache das Aussetzen der Onanie wegen Verlobung war.

         Dann berichtet er einen Traum, dessen Deutung deutlich den un-
    mittelbaren Zusammenhang mit äußern Anlässen erkennen lässt.

         Von Referaten berichtet er über einen Artikel Forels (im Journal
    f. Psychol.): Zum heutigen Stand der Psychotherapie, worunter er
    nicht nur Freuds Methode sondern auch die Bernheims, Dubois u. a.
    versteht. — In dem ganz verständigen Artikel finde sich auch ein
    kleiner Ausfall (gegen Jung). —

         Dann verweist er darauf, wie sich Näcke in seiner Besprechung
    des Muthmannschen Buches langsam unsern Ansichten nähere.
    Er erwähnt schliesslich Kronthals Nerven und Seele (eine rein anatomische
    Arbeit) kurz u. verliest dann zwei interessante Stellen aus
    Frenssens Roman: Hilligenlei.

    Stekel berichtet im Anschluss an eine Bemerkung in Abrahams Aufsatz
    über die Roheit d. Studentensitten, über eine solche aus den
    Memoiren des Magisters Laukhard. — Zola habe in seinem Roman:
    Au bonheur des dames eine Stelle, die auf die sexuelle Wurzel d.
    Kleptomanie hinweise. —

         Er verweist dann auf eine französische Arbeit über Priapismus, wo
    dieser von der Satyriasis unterschieden wird. Bei der letzteren sei
    Lustgefühl ohne Schmerzen vorhanden, beim Priapismus umge-
    kehrt.

         Die Franzosen beschäftigen sich jetzt im allgemeinen viel mit Freud,
    aber ohne seine Lehren zu akzeptieren.

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    So sei heute in der Gazette . . . . . . ein Fall von Astasie u. Abasie
    eines kleinen Mädchens, bei dem trotz der Annahme einer Idee
    fixe, statt des naheliegenden Wunsches, von den Eltern getragen zu
    werden, doch schließlich zu einer — wenn auch richtigen, so doch
    gewaltsamen Therapie gegriffen wurde. —

    Nachdem die Neurasthenie in Misskredit geraten sei, bemühe sich
    Janet um die Differentialdiagnose zwischen: Psychasthenie u.
    Hysterie. —

    In der presse médicale sei eine Arbeit, die über den angstneurotischen
    Charakter gewisser Magenbeschwerden dasselbe ausführe, was in seinem
    Buch stehe. —

    In den gerichtl. psychiatr. Grenzfragen sei eine Arbeit von Weinberg
    über Einfluss der Geschlechtsfunktion auf die Kriminalität, wo
    nachgewiesen wird, den 80–85% aller weiblichen Verbrechen (Klepto-
    manie auch) im Zustande der Gravidität, Menstruation etc.
    begangen werden.

         Die ganze Hilflosigkeit der modernen Neurologie offenbare sich
    an einem Fall den Boulanger, ein Brüsseler Neurologe, im
    journ. de neurolog. mitteilt. Dieser Fall lasse die sexuelle
    Aetiologie mit ungewöhnlicher Deutlichkeit erkennen u.
    doch sei der Arzt nicht darauf gekommen. (RIE erwähnt dazu
    3 ihm bekannte Fälle, wo sich religiöser Wahnsinn mit Mordimpulsen
    gegen das Kind paart.)

         Zu erwähnen sei noch: ein Aufsatz Hellpachs über das Unbewusste
    in der Zeitschr. f. Psychol. u. Physiol. d. Sinnesorgane, ein Buch
    Bernheims: Neurasthenie u. Psychoneurosen, eine Aufsatz
    Hartenbergs über Psychotherapie (Archive de neurolog.), Fleury
    (in Arch. géner. d. med.) über Psychotherapie, Eulenburg (in
    Entwicklg. d. Mediz.) über Neurasthenie etc. —

    Wittels berichtet im Anschluss an die kurzen u. glatten Erfolge
    Steiners, bei denen er die Affektbetonung vermisst, über einen

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    von psychischer Impotenz, der der angestrengtesten und gründlichen
    psychoanalytischen Bemühung widerstand, ohne dass er wusste, worin
    der Fehler gelegen sei. Der Mann, ein intelligenter Pat., der die Arbeiten
    Freuds schon früher kannte, sei zu ihm gekommen und habe geäußert,
    er sei nun froh krank zu sein, damit er endlich einmal Gelegenheit habe,
    die Richtigkeit dieser Lehren zu erproben. —

         Stekel, dem [der] Patient von Wittels zur Beurteilung zugeschickt
    worden war, meinte, der Mann sei auch — ähnlich wie bei
    einem Tripper die Überbehandlung schädlich sei — überbehandelt wor-
    den. Es käme bei psych. Impot. vor, den plötzlich Hemmungsvorstellungen
    auftauchen können, die von selbst wieder verschwinden können, die aber
    durch fortwährendes Besprechen etc. fixiert werden können. Er sagte dem
    Mann, das sei gar keine Neurose, er brauche keine Behandlung.
    Das sei eine solche Hemmungsvorstellung u. zw. handle es sich bei
    ihm um die Angst der Schwängerung eines anständigen Mädchens,
    was ihm schon einmal passiert sei (damals trat Abortus ein) und die
    weitenweiteren Folgen. — Aber trotz dieser Aufklärung trat keine Besserung
    ein u. Pat. wurde von Wittels aus der Behandlung entlassen. —

    Prof. Freud erklärt den Fall für sehr wichtig: einerseits sei er metho-
    disch u. dann seiner speziellen Natur nach. — Im ersten Punkt
    müsse er Wittels Recht und Stekel entschieden Unrecht geben.
    Ein Schaden durch Überbehandlung ist ihm unbekannt. Therapeutisch
    habe man mit der Auffindung der Lösung nichts geleistet, sondern
    man müsse den Kranken auch zu ihrer Annahme bringen.

         Zu dem Rätsel des Falles sei zu bemerken: Ein Mensch, der impotent
    ist und erklärt es sei ihm wichtiger zu erfahren ob gewisse
    Theorien richtig seien, als geheilt zu werden, muss einem gleich
    auffallen. Wer so wenig unglücklich ist über sein Leiden,
    der ist froh, dass er krank ist. Der Mann hat sich aus irgend
    welchen Gründen vom Weibe abgewendet u. zw. zunächst vermöge
    seiner homosexuellen Komponente, deren Übertragung auf ihn

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    selbst Wittels ganz richtig als eine der Ursachen seines Wunsches,
    fortwährend von ihm behandelt zu werden, erkannt hatte.

         Der Mann will nicht geheilt werden sondern hat Nebenabsichten.
    Er will den Arzt frozzeln. Den Vater, den er bei der homosexuellen
    Übertragung auf den Arzt vor Augen hat, ist der Hauptwider-
    stand gegen seine Heilung. Pat. will beweisen (dem Vater!), dass
    er impotent ist, also gar kein „schlimmer“ Sohn sein kann.
    Deswegen hat sowohl Stekel als er ihn herauswarf, wie auch Wittels,
    der ihn endlich mit dem Bedauern, ihm nicht helfen zu können,
    entließ, eigentlich instinktiv die richtige Therapie angewendet.

         Eines Tages wird bei dem Mann der Drang zu koitieren stärker werden
    als alle diese Vorstellungen u. er wird gesund sein.

         Den Affekt, den Wittels bei seiner Leidensgeschichte vermisste,
    hat er eben im Benehmen gegen den Arzt versteckt.

    Schwerdtner erwähnt, dass die jetzt in Wien gastierende sizilianische
    Tragödin Aguglia eine Hysterika sein solle, die prompt
    ihren Anfall im zweiten Akt der Malia (die Besessene) be-
    kommt. — Dann erwähnt er die Beziehungen der Mechanotherapie
    zur Psychotherapie u. Prof. Freud meint, die unbewusste Wirkung
    der Mechanoth. sehe er als ganz richtig darin, dass sie ge-
    wisse Surrogate für die Sexualbefriedigung gewähre.

    Adler berichtet über einen Artikel Kahanes, in dem er Mitteilungen
    macht über einen Befund aus seinem Laboratorium: dass
    nämlich Hysterische durch Behandlung mit Hochfrequenz-
    strömen Anfälle bekämen. An der Beobachtung sei kaum
    zu zweifeln. Fraglich sei nur ob diese Tatsache so durchsichtig
    sei wie Kahane meint u. ob sie auf physiol. Wege zu einer
    organischen — wie Kahane sagt: „exakt biologischer Grundlage“
    der Hysterie führen könne.

    Prof. Freud meint, dass die Tatsache begreiflich erscheine, da die Hysterie
    gewiss ihren eigenen Stoffwechsel habe. Aber ersetzen können diese
    Charakteristika die psychologischen nie.

     

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