Knöpfmacher, Wilhelm (/1933): Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien. (9. Fortsetzung)
S.
Editorische Anmerkung.
In: Knöpfemacher, Wilhelm (1933): B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich, 33, Jänner 1933, 1 finden sich drei Mitteilungen über zwei Vorträge und eine Diskussionseinleitung von Sigmund Freud:[Im Jahr 1901:]
Freud, Sigmund (1901-411/1933): [Einleitung der Diskussion ›Über Ziele und Zwecke der B’nai B’rith-Vereinigungen‹]. In: Knöpfemacher, Wilhelm (1933): B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich, 33, 1933, 1 (Jänner):17.[Im Jahr 1901:]
Freud, Sigmund (1901-xxx/1933): [Vortrag ›Über Zufall und Aberglaube‹]. In: Knöpfemacher, Wilhelm (1933): B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich, 33, 1933, 1 (Jänner):17.[Im Jahr 1902:]
Freud, Sigmund (1902-xxx/1933): [Vortrag mit anschließender Diskussion zu: Über die Stellung der Frau zu unserer Vereinigung].In: Knöpfemacher, Wilhelm (1933): B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich, 33, 1933, 1 (Jänner):20.16
Entstehungsgeschichte und Chronik
der Vereinigung „Wien“ B’nai B’rith
in Wien.Vom Ehren‑Vize-Großpräsidenten des österreichischen Distriktes
XII. U. O. B. B. Dr. Wilhelm Knöpfmacher.(9. Fortsetzung).
Ferner wurden in der Sitzung vom 26. März zur Vorberei-
tung und Konstituierung von Ortsgruppen für den galizischen
Hilfsverein in Wien folgende Mitglieder bestellt, und zwar:Für den I. Bezirk Br. Isidor Popper jr.,
„ „ II. „ Br. Dr. Wilhelm Knöpfemacher,
„ „ III., IV., V. und X. Bezirk Br. Seligmann,
„ „ VI., VII., XIV. und XV. Bezirk Br. Architekt
Fleischer,
„ „ VIII., IX., XVI., XVII., XVIII. und XIX. Bezirk Br.
Julius Wolf und Br. Granichstädten,
„ Linz Br. Heinrich Freund.Nicht minder wurde die auf die Beteiligung der Vereinigung
„Wien“ an dem „Vereine zur unentgeltlichen Verpflegung Brust-
leidender auf dem Lande“ abzielende Aktion eifrigst fortgesetzt
und nach erfolgter Genehmigung der neuen Statuten seitens der
Statthalterei in der Weise erledigt, daß mehrere Mitglieder in
den Vorstand des genannten Vereines delegiert wurden und dem-
selben ein Jahresbeitrag von 960 K aus den Zinsen des Sigm.
Rosenfeld‑Fondes zugewendet wurde.
Der diesbezügliche Beschluß wurde in der Sitzung vom
29. April gefaßt und lautet wörtlich, wie folgt:„Dem Vereine zur unentgeltlichen Verpflegung Brust-
leidender auf dem Lande ist bis auf Weiteres jährlich ein
Betrag von 960 K zu widmen mit der Weisung, daß hiefür all-
jährlich drei als zur Aufnahme würdig Befundene seitens des
genannten Vereines, und zwar für die Dauer einer ganzen
Kurperiode von drei Monaten in Verpflegung genommen
werden; die Mittel für die beantragte Beitragsleistung sind
den Zinsen des Sigmund Rosenfeld-Fondes zu entnehmen.“Auch die Betätigung unserer Vereinigung an dem Verein für
unentgeltlichen Arbeitsnachweis wurde mit regem Eifer, ins-
besondere seitens der Br. Eduard Wiener, Präs. Heinrich
Teltscher, Expräs. Dr. Klemperer, Albert Winterberg,
Carl Goldmann und anderen fortgesetzt.
Gegen Ende April 1901 wurde der Verbandstag in Wien
abgehalten, welcher die erfreuliche Gelegenheit bot, die Mit-
glieder desselben im neuen Speisesaale zu vereinigen.S.
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Die Sitzungen dieser Amtsperiode haben auch den geistigen
Interessen der Vereinigung in sehr hervorragender Weise
Rechnung getragen.So entwickelte sich im Anschlusse an ein vom Br. Josef
Zucker erstattetes Referat über ein Buch von Sombart eine
überaus lebhafte und anregende Diskussion über die „Soziale
Frage“, welche sich über die Sitzungen bis zum 14. Mai 1901
erstreckte, während die Sitzungen der Wintersaison durch eine
von Br. Dr. Freud eingeleitete und von zahlreichen Brüdern
fortgesetzte Diskussion „Über Ziele und Zwecke der B’nai B’rith-
Vereinigungen“ in interessanter Weise ausgefüllt wurden.Außerdem wurden im Laufe des Jahres noch 6 selbständige
Vorträge, darunter 3 vor Damen, abgehalten, u. zw.:1. Am 26. Februar von Br. Dr. Freud „Über Zufall und
Aberglauben“.2. Am 2. März von Frau Jenny Frank, Ehegattin des Br.
Ignaz F r a n k, „Über die Lebensbedürfnisse der Menschen“,
vor Damen.
3. Am 12. März von Dr. Braun „Über Pettenkofer“.
4. Am 29. April von Dr. Isidor Schnabl „Über Heil-
stätten für Lungenkranke“.
5. Am 19. November von Br. Prof. Ehrmann über „Ent-
wicklung der Lebewesen“, vor Damen und
6. Am 3. Dezember 1901 von Br. Architekten Fleischer
„Über Bibliotheken“, vor Damen.
Im Ganzen wurden während des Jahres 1901 15 ordentliche
Sitzungen und 3 außerordentliche Vortragsabende abgehalten.
An alle Versammlungen schloß sich ein gemeinsames Bruder-
mahl an, welches seit der am 1. März 1901 erfolgten Eröffnung
des neuen Speisesaales im Vereinslokale stets daselbst ab-
gehalten wurde.
Auch für die Pflege der Geselligkeit war die durchgeführte
Adaptierung der Vereinslokalitäten von fördernstem Einflusse.
Der Besuch der Sitzungen war sehr befriedigend, indem
mehr als 55% der Mitglieder regelmäßig an denselben teil-
nahmen.
Die Sitzung vom 10. Mai 1901 wurde durch den Besuch
des Großpräsidenten des VIII. Distriktes, Rechtsanwalt Timendorfer
ausgezeichnet.
Am 29. Dezember 1901 fand eine vom Geselligkeits-Komitee
veranstaltete Soiree mit musikalisch‑deklamatorischen Vorträgen
und daran sich anschließender Tanzunterhaltung statt, welche
allgemein als sehr gelungen bezeichnet worden ist.
Im Laufe des Jahres 1901 erfolgte die Aufnahme von 9 Mit-
gliedern für die Vereinigung „Wien“, während weitere 10 Mit-
glieder, welche in dem nachfolgenden Verzeichnisse mit einem *
versehen sind, für die in Bildung begriffene zweite VereinigungS.
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[…]
Im Laufe des Jahres 1902 wurden 17 Sitzungen abgehalten
und in denselben folgende Vorträge gehalten:
„Über Haeckels Welträtsel“ von Dr. Josef Jerusalem,
„Über Lazarus’ Ethik des Judentums“ von Dr. Wilhelm
Knöpfemacher,„Über die Stellung der Frau im Rahmen unseres Vereins-
lebens“ von Dr. Freud, mit anschließender Diskussion,„Über Handelspolitische Revue“ von Ad. Schwarz,
[…]
(Fortsetzung folgt.)
[…]