III. [Notiz III] 1892-111/1892

Freud, Sigmund (1892-111/1892): III. [Notiz III]

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  • S.

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    III.

    Wir haben im Vorstehenden als eine Thatsache der Beobachtg
    anführen müßen, daß die Erin̄ergen welche hinter hysterischen
    Phänom. stecken, dem Gedächtniß der Kranken, über das
    sie verfügen, fehlen, während sie sich in der Hypnose
    mit halluzc. Lebhaftigkeit wachrufen laßen. Wir haben
    ferner angeführt, daß eine Reihe von solchen Erin̄ergen sich
    auf Vorfälle in eigenthümlichen Zuständen wie Schreckkata-
    plexie, Halbträume, Autohypnose udg bezieht, deren Inhalt
    nicht in associativverkehr mit dem normalen Bewußtsein
    steht. Es war uns also bereits soweit unmöglich die Bedingg
    für das Zustandekom̄en hyst. Phänomene zu erörtern,
    ohne auf diejenige Annahme einzugehen, welche eine Characteristik
    der hysterischen Disposition versucht, nämlich, daß es
    bei der Hysterie leicht zur zeitweilg Dissociation des Bewußt-
    seinsinhaltes und zur Absprengung einzelner nicht im
    assoviativ Verkehr stehenden Vorstellgscomplexe kom̄t.
    Wir suchen also die hyst. Disposition darin, daß solche Zustände
    entweder spontan (für auf innere Ursachen hin) auftreten
    oder daß sie leicht durch äußere Einflüße provocirt
    werden, wobei wir eine Reihe von wechselnder Beteiligg
    der beiden Faktoren gelten lassen.

    Wir heißen diese Zustände hypnoide und heben
    als wesentlich für sie hervor, dass ihr Inhalt mehr
    minder vom übrigen Bewußtseinsinhalt abgesperrt,
    also der assozcat Erledigg beraubt ist, wie wir im Traum
    u Wachen, Vorbild verschiedener Zustände nicht zu
    associiren sondern nur unter einander geneigt sind.

  • S.

    Bei disponirt Personen könnte jeder Affekt zu einer
    solchen Abspaltg Anlaß geben, und der im Affekt empfangene
    Eindruck würde so zum Trauma, auch wen̄ er dazu an sich
    nicht geeignet ist. Der Eindruck könnte auch selbst diesen
    Affekt machen. In seiner voll entwickelten Forme ¿¿¿¿
    bildeten diese hypnoid Zustände, die mit einander
    associirbar sind die condition seconde, etc. der bekan̄ten
    Fälle. Rudimente dieser Anlage wären überall
    anzuerken̄en u sind durch geeignete Traumen auch bei
    nicht disponirt Personen zu entwickeln. Insbes eignet
    sich das Sexualleben dazu Inhalt zu bilden, mit dem
    mächtigen Gegensatz den es zur sonstigen Person bildet u
    der Unreagirbarkeit seiner Vorstellgen.

    Man versteht daß unsere Therapie darin besteht, die
    Wirkgen der nicht abreagirten Vorstellungen dadurch
    aufzuheben, daß wir entweder im Somnambulism das
    Trauma wiederaufleben lassen, abreagiren und corrigiren
    oder in leichterer Hypnose es in’s normale Bewußtsein
    ziehen.