9. Sitzung am 4. Dezember 1912: Kasuistische Mitteilungen und Referate 1912-528//1913-763

Rank, Otto (1912-528//1913-763): 9. Sitzung am 4. Dezember 1912: Kasuistische Mitteilungen und Referate

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Korrespondenzblatt der Intern. Psychoanalyt. Vereinigung.

9. Sitzung am 4. Dezember 1912:
Kasuistische Mitteilungen und Referate.
1. Prof. Freud: Nachtrag zur „Kasuistischen Mitteilung mit pole-mischen Bemerkungen“.
2. Dr. Sachs: Ein Traum Bismarcks.
3. Dr. Rank: Ein Beitrag zur kasuistischen Produktionshemmung.
4. Dr. Rank: Eine noch nicht beschriebene Form des Ödipustraumes.
5. Dr. Hitschmann: Über einige Fälle von Gesellschaftsangst.
6. Dr. Hitschmann: Träume von Homosexuellen.

10. Sitzung am 11. Dezember 1912:
Dr. Alfr. Frhr. v. Winterstein: Psychoanalytische An-merkungen zur Geschichte der Philosophie (erscheint im
Druck).

11. Sitzung am 18. Dezember 1912:
Kasuistische Mitteilungen und Referate:
1. Dr. Jekels: Ein Fall von Erbrechen.
2. Dr. Sadger: Kinderverdrängungen.
3. Dr. Sadger: Kleine Beiträge z. Anal- und Urethral-Erotik.
4. Dr. Hitschmann: Ein Fall von Erröten.
5. Dr. Rank: Ein Referat.
6. Dr. Rank: Beiträge zur Symbolik in der Dichtung.
7. Dr. Tausk: Beobachtung einer Form von zwangsneurotischen Phan-tasien.


3. Ortsgruppe Zürich.

Sitzung vom 25. Oktober 1912:
Dr. F. Riklin: Psychoanalyse und Religionsforschung. (Autoreferat im
Novemberheft des Zentralblattes.)

Sitzung vom 8. November 1912:
Dr. phil. O. Mensendieck: Heinrich Heine.

„Aus den frühesten Anfängen erklären sich die spätesten Erscheinungen“
schreibt Heine in den Memoiren. - Die eingehende Untersuchung seines
Verhältnisses zu den Eltern ergibt eine Vereinigung der romantischen Art
des Vaters und der realistischen der Mutter, wodurch in dem Sohne einerseits
das Streben nach praktischer Bedeutung auf der Erde zum schönen Spiel der
Phantasie wurde und anderseits an starker Wider-kehrsleistung immer nach
Verbindung mit der Außenwelt suchte. Er wird dadurch der charakteristische
Vertreter und Gestalter der Tendenzen seiner Zeit. Er ist zugleich Romantiker
und „romantique défroqué“, der zum Realismus überleitet. Das positive
Mutter- und der negative Vaterimago bringen „die beiden Passionen“
hervor; die Liebe zur schönen Hölle und die Liebe zur französischen Revo-lution." In beiden wird er immer mehr und mehr enttäuscht. Denn er sorgt
durch seine Komplexeinstellung dafür, daß er immer die gleiche unangenehme,
aber von Jugend her gewohnte Situation wiederfindet. Er läßt seine Anlagen
nicht direkt zur Auswirkung kommen, verwertet sie vielmehr nur um die
Schranke seines Lebens zu bekämpfen. Auf diese Schranke trifft er überall
durch die Art, wie er gegen sie rennt, macht er sie sich selbst unüberwind-lich und sucht in der Romantik allerlei Surrogaterotik für die eigentliche Lust,
nach der er sich sehnte und die ihm versagt ist. Daher kommt das tiefste
seiner Seele: ein hohes Ideal nicht zur Gestaltung. Es verbirgt sich hinter