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S.
Wien 16.4.96.
Liebster WilhelmEs ging mir ebenso; den Kopf voll
von Terminen u Sum̄atiosahnungen
stolz auf manche Anerken̄ung und
mit einem frechen Gefühl von Selb-
ständigkeit bin ich in zu gutem Wolbe-
findenzurückgekehrt u bin seither
sehr faul gewesen, weil sich das
zur intensiven Arbeit nöthige
Mittelelend nicht einstellen will. Nur
einige wenige aus der täglichen Arbeit
aufsteigende Ahnungen über das Zwischen-
reich habe ich zu verzeichnen wie im
Allgemeinen die Verstärkg des Ein-
drucks, daß alles so ist, wie ich es ver-
muthe u daß sich also alles klären
wird. Darunter eine ganz überraschende
Aufklärung über die Blutungen
bei der Eckstein,ubmit denen
Du Deine Freude haben wirst. -
S.
Ich habe die Geschichte schon errathen,
warte aber mit der Mittheilg, bis
die Pat. selbst nachgekom̄en ist.Deiner Aufforderg gemäß habe ich
die allseitige Isolirg in Angriff
genom̄en u finde sie eine leichte
Entbehrg. Von früher steht aller-
dings noch aus, daß ich Dienstag
einen Vortrag im psych Verein
zu halten habe. Breuer habe ich nicht
gesehen, auch keine Berührgspunkte
in der Praxis gefunden. Einem
nicht nothwendigen Zusam̄entreffen
bei einer zeitweilig gemeinsamen
Pat. bin ich ausgewichen.Anbei die französische Publikation,
die ich im ganzen recht liebe,
obwol die Leute einige sinnstörende
Mißverständniße meines Entwurfes
beibehalten haben; ich hatte keine -
S.
Korrektur davon bekom̄en. Die deutsche
erwarte ich alle Tage.Mein Annerl hat auf die Nachricht
von RW's 20 Deka sofort 21 Deka zuge-
nom̄en, auch die übrigen Fratzen
befinden sich derzeit wol. Ich habe
in Obertressen bei Aussee Wohnung
genom̄en. Mein Befinden wird
täglich notirt, um auf Termine
verarbeitet zu werden. Von Martha
habe ich eine schöne Nebenmenstruation.
Von mir notire ich Migaraine, Nasen-
sekretion u Anfälle von Todesangst
wie heute, woran aber Tilgner's
Herztod mehr Schuld tragen mag
als der Termin. Die Tabakmäßigkeit
hast Du mir sehr gefördert, wie ich
überhaupt seit unserer Entrevue
gefestigt u zusam̄engepaßt bin. Es
that mir sehr wol u sehr noth. -
S.
Wahrscheinlich überrasche ich Dich nächstens
einmal mit einem psychol Fetzen,
jetzt bin ich höchst schreibfaul. Jede
Spur Alkohol macht mich übrigens
ganz dum̄.Deine Terminbröckchen sind sehr
nett. Dem Clienten von Frau P.
kan̄st Du nur sagen, er soll mit
seinen grünen Nadeln zufrieden
sein. Mit Deinem eigenen Motiv
hast Du sicherlich Recht. Je n'en
vois pas la nécessité.Zu den Kinderlähmungen. habe ich mich
leider noch nicht entschließen
können. Es mß aber doch sein?
Schimpf einmal!Herzlichsten Gruß in der
Erinnerg der schönen Tage
für Dich, I.F u RW
Dein Sigm
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Österreich
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