• S.

    6. XI. 13.
    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19

    Dear Dr Burrow

    Ich erinnere Sie natürlich sehr wol von Ihrem ersten Besuch in Hammersteins Roofgarten an bis zu Ihrem Beitrag in der Intern. Zeitschrift u werde sehr zufrieden sein, Ihnen durch eine Analyse etwas leisten zu können.  Ihr Zutrauen ehrt mich besonders.

    Der Mangel solcher Analysen an ψα geschulten Kollegen ist gewöhnlich, dass zu wenig Zeit für sie verfügbar ist.  Ich weiss, dass verschiedene Rücksichten dabei in Betracht kommen, aber die Natur kümmert sich um diese nicht u hält in solchem Falle von Beschränkung mit ihrer Gunst zurück.  Es wäre daher von Vorteil, wenn Sie sich für die Behandlung so viel Zeit nehmen würden als Ihnen überhaupt nur möglich ist.  Ich müsste einige Zeit vorher auf Ihr Eintreffen rechnen können, auf [sic] die Stunde für Sie frei zu machen.  Das Honorar der Sitzung ist K 50.  Die Arbeit 6mal wöchentlich.

  • S.

    Ihre Frau würde ich auf keinen Fall gleichzeitig mit Ihnen analysieren; es würde mir die Arbeit ausserordentlich erschweren.  Wenn sie mit nach Wien kommt u Analyse verlangt kann sie dieselbe (wolfeiler) bei einem unserer Kollegen haben.  Ebenso ginge es natürlich umgekehrt, dass ich Ihre Frau analysire und Sie selbst zu einem anderen in Wien gehen, obwol Sie dies nicht zu beabsichtigen scheinen.

    Es soll mich freuen, wenn Sie aus Ihrer Analyse ausser dem persönlichen Gewinn noch eine Klärung und Befestigung in manchen ψα Streitfragen heim bringen.

    In kollegialer Hochachtung
    Ihr Freud