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20. 5. 1931
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Meine liebe Jeanne
Zuerst Ihnen, Hans und den jungen Damen herzlichen Dank für Ihre Tlgr. Das spart mir ein Stück der offiziellen Drucksorte.
In Sachen Ihrer psychoanalytischen Nachlese oder Nachanalyse müssen wir einen Punkt als unsicher und unberechenbar bei Seite lassen, di. meine Fähigkeit, Sie im Sommer anzunehmen. Es scheint allerdings als sollte ich mich noch einmal zusammenklauben. Ich gebe bereits 4 Stunden, nehme an Gewicht zu u dgl Zwei andere sollen als selbstverständlich ausser Diskussion bleiben, dass ich Sie gerne nehme und dass ich mit allen finanziellen Vorschlägen einverstanden bin. Für die Diskussion erübrigen Pläne wie Ihr letzterwähnter im Juni zu kommen und nach 7-8 Wochen u Arbeit im Sept fortzusetzen. Gegen die Unterbrechung habe ich nichts, sie würde Ihrer Arbeit nicht schaden, aber die Schwierigkeit ist, dass sich im Juni an meinen Arbeitsbedingungen nichts ändert, dh ich werde wie bisher 5 Stunden haben. Im Juli kommt der erste Abgang, ich weiss nicht, ob Anfangs oder Mitte und wegen meiner bisherigen Rückständigkeit kann
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S.
[ich] niemand vorzeitig wegschicken. Im August u Sept werde ich gewiss freier sein, kann aber nicht vorhersehen, in welchem Mass. Die Prinzessin ist seit Langem angekündigt, für wann? auf wie lange? Marianne Kris, meine Adoptivtochter seit jeher, habe ich versprochen sie anzunehmen sobald ich Zeit habe. Ausserdem ist noch eine Freundschaftsanalyse im Gang, die auf gelegent¬liche Fortsetzung wartet. Aber nur die Prinzessin hätte nach allen Nebenumständen den Vorrang vor Ihnen. Sie sehen, ich lehne Ihr Projekt nicht als undurchführbar ab, mache Sie nur auf notwendige Abänderungen und unvermeidliche Ungewissheiten aufmerksam. Nun wie stellen Sie sich dazu?
Mit herzlichen Grüssen
Ihr Freud