• S.

    Wien 8.2.87

    Liebe Mama u Minna

    Ich muß wieder kurz sein, den̄ 
    erstens hat meine Frau das ganze 
    Porto vollgeschrieben u zweitens 
    habe ich sehr viel zu thun. Geschäft 
    geht, wir haben uns gegen Januar 
    wiederum um einige Gulden täglich 
    gehoben; wen̄ es nur in dem Maße 
    weiter gienge.  Die Damen herrschen 
    jetzt entschieden vor. Minna sieht 
    also, daß wenigstens die eine der 
    drei Chancen bisher nicht verloren 
    ist. Außerdem sind wir gesund 
    seither u leben recht einsam. "Nie 
    schlechter" sagen wir oft. Eure 
    Briefe freuen uns im̄er ganz 
    außerordentlich.

    Herzliche Grüße 
    von Eurem 
    Sigmund

  • S.

    [in Handschrift Marthas]

     Ich traf gestern Nachm. mit Anna 
    und Dita bei der Mutter zusam̄en 
    sie haben sich riesig gefreut mit 
    Eurem geschmackvollen Geschenk. 
    Das Kindchen war sehr niedlich 
    ist so gewöhnt an das Überfullen 
    und Küssen daß es sich nach meiner 
    Begrüßung beklagt hat: „Tante 
    Martha hätte kein Pussi gegeben“

    Was schickt Ihr dem Kind denn -