S.

PROF. DR. FREUD 
WIEN, IX., BERGGASSE 19.

17. 9. 1936

Liebe Frau Doktor

Von meinem Schwiegersohn Max 
Halberstadt in Johannesburg erhielt 
ich einen Brief, in dem eine Nach-
richt für Sie wissenswert ist. Seine 
Frau u Tochter sind nun aus Hamburg 
bei ihm angekom̄en.Kurz vor deren 
Abreise hat ein Herr, der seinen 
Namen nicht nennen wollte, ihr 
den Betrag von M 2500, angeblich 
in meinem Auftrag, ihr gebracht 
und zugesagt, diese Zalung nach 
6 Monaten zu wiederholen. Ich 
nehme natürlich an, daß dieser Un-
bekannte Ihr früherer Mann 
ist, der in Ihrem Auftrag gehandelt 
hat und danke für diese Teilzalung, 
die den armen Auswanderern 
sehr erwünscht war. Für die ver-
sprochene nächste Zalung kann 
ich Ihnen eine neue Adresse 
angeben, die der Schwiegermutter 
meines Sohnes Ernst in London:
Frau Elise Brasch
dz bei Frau Heller, W Knesebeckstr 54

Ich möchte gern von Ihnen hören, 
wie weit Ihr Übersiedlungsplan 
zur Ausführung gekom̄en ist. Hier 
alles in Ordnung, soweit man 
es erwarten kann.

Mit herzl Grüßen, 
auch an Kindern u Mann 
Ihr 
Freud