• S.

    PROF. DR. FREUD 
    WIEN. IX., BERGGASSE 19

    18. 1. 1932

    Lieber Herr Doktor

    Meine beabsichtigte An-
    merkung zum Aufsatz 
    von Dr Reich hat mir 
    Einwendungen von ver-
    schiedenen Seiten ein-
    getragen, die nicht hin-
    gereicht haben, meine 
    Absicht zu brechen. Ihr 
    heutiges Schreiben ent-
    hält einige Bemerk-
    ungen, die mir mehr 
    Eindruck gemacht haben. 
    Ich habe mich darum ent-
    schloßen, den Artikel 
    von Reich vorläufig 
    übhpt nicht puliziren 
    zu lassen. Das ist freilich 
    keine endgiltige Lösung. 
    Vorschläge für eine solche 
    nehme ich gern entgegen. 
    Eine Lösung erschiene es 
    mir, wenn jemand in 
    einem gleichzeitig mit 
    dem Reich’schen erschein-
    enden kritischen Auf-'
    satz den Unwert dieser 
    Arbeit erweisen und

  • S.

    unser prinzipielles Verhältnis 
    zur Sowjetpraxis erörtern 
    würde. Daß ich Reich den 
    Äußerungsraum unserer 
    Zeitschrift ohne Abwehr-
    reaktion eröffne, bleibt 
    ausgeschloßen.

    Mit herzlichem Gruß
    Ihr 
    Freud
     

  • S.

    Herrn Dr Siegfr. Bernfeld

    Berlin-Charlottenburg
    Schillerstr 2