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S.
PROF. DR. FREUD
WIEN, IX., BERGGASSE 19.22. 2. 20
Sehr geehrter Herr Kollege
Nun freue ich mich doch, daß ich einmal
in jungen Jahren Ihre schöne kastellanische
Sprache erlernt habe, um den Don Quijote
im Original lesen zu können. Ich habe
Ihren freundlichen Brief lückenlos,
ohne Wörterbuch verstanden. Auch
Ihre beiden Schriften sind angekom̄en
u haben von Neuem mein Erstaunen
geweckt, daß Sie mit Allem vertraut
sind u alles richtig aufgefaßt haben.
Bis auf den einen Punkt, daß Sie
die Differenzen unserer Schule mit
Jung u Adler zu unterschätzen scheinen,
sind wir wol in allen Haptsachen
einer Meinung.Ein regelmäßiger Briefverkehr sowie
ein Austausch unserer Publikationen
soll nicht vernachlässigt werden. Dr.
Rank sagt mir, dass er Ihnen wieder-
holt Num̄ern der Zeitschrift ge-
schickt hat, die Sie aber nicht er-
reicht haben, während Ihre Sendungen
alle angekom̄en sind. Hoffentlich
tritt hierin bald eine Besserung ein. -
S.
Ein kleiner Aufsatz von Ihnen, der wie
die entsprechenden Stellen Ihres
Briefes über die Anfänge der ΨA
in Ihren Staaten berichtet, wird
der Zeitsch. sehr erwünscht sein. Ich
weiß ja, daß Sie tadellos deutsch
schreiben.Gleichzeitig vertraue ich zwei meiner
letzten Sonderabdrucke der Post an.In der Erwartung, oft u mehr
von Ihnen zu hören
in herzlicher Ergebenheit
Ihr
Freud