S.

PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
12.III.25.

Geehrter Herr Doktor!

Der Sekretär des Progrès Médical hat sich bereits in voriger Woche in der Sache Charcot an mich gewendet und ich habe ihm umgehend geantwortet.  Es schien mir zweckmässiger als einen neuen Artikel zu schreiben, dass ich auf den Nachruf zurückgreife, den ich meinem verehrten Meister kurz nach der Todesnachricht in einer Wiener Medizinischen Zeitung gewidmet, und der alles Wissenswerte über meine Eindrücke von ihm und Beziehungen zu ihm enthält.  Ich würde heute gewiss nichts Besseres zustande bringen.  Dieser Aufsatz ist in der Sammlung meiner Kleinen Schriften, erste Folge, als erster abgedruckt worden, in Frankreich aber ganz unbekannt geblieben, so dass er wie ein neuer wirken kann.  Ich habe dem Progrès Médical die betreffenden Blätter aus der Sammlung eingeschickt und vorgeschlagen, sie Ihnen zur Bearbeitung zu übergeben, sei es, dass Sie einen Auszug davon machen oder Teile davon übersetzen wollen.

Mit vielem Dank für Ihre persönlichen Nachrichten und in Erwartung Ihrer angekündigten Publikation, grüsst Sie und Ihre liebe Frau

Ihr ergebener
Freud