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    PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
    14.IV.25.

    Geehrter Herr Doktor!

    Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie die Angelegenheit beim Progrès Médical in meinem Sinne geordnet haben.

    Ihre beiden letzten Arbeiten habe ich mit Interesse gelesen und konstatiere, dass dieser Bearbeitung eines mir nur zu gut bekannten Materials ein Zug von Selbständigkeit und Originalität nicht abgeht.  Zum Teil werden Sie ja gewiss auch durch die besondere Natur von Milieu und Publikum dazu genötigt, manches von unseren Darstellungen anders zu wenden.  In der Arbeit über die Triebe ist mir aufgefallen, welch grosse Bedeutung Sie im Anschluss an Rank dem Geburtstrauma zuschreiben.  Die allgemeine Meinung hier ist über diese Neuheit noch gar nicht schlüssig geworden und neigt sehr zur Skepsis.  Ich habe bei Ihnen den Satz gefunden, dass man bei vielen Neurotikern den Nachweis führen könne, sie hätten besonders stark am Geburtsakt gelitten.  Es ist mir nicht bekannt gewesen, dass eine solche Untersuchung bereits angestellt worden ist.  Wir haben sie bei Rank selbst mit Bedauern vermisst.

    Dr. Rank hat mir nichts zur Orientierung über die Prinzessin Georg mitgeteilt.  Ich bin gerne bereit, die Dame zu empfangen, wenn sie vor dem 1. Juli nach Wien kommen will, könnte sie auch zur Analyse annehmen, wenn Sie mir für ihre ernste Absicht und ihren persönlichen Wert einstehen.  Allerdings könnte die Analyse nicht vor dem 1. Oktober beginnen, da ich bis dahin besetzt bin.  Eine

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    weitere Bedingung wäre, dass die Prinzessin Deutsch oder Englisch spricht.  Des Französischen getraue ich mich längst nicht mehr.  Uebrigens müsste diese Analysandin genau dieselben Pflichten übernehmen wie alle anderen Patienten.

    Wenn mein Gesundheitszustand mir die Reise gestattet, werde ich wirklich nach Homburg kommen und dort Gelegenheit haben, Sie und Ihre liebe Frau wiederzusehen.

    Mit herzlichem Gruss

    Ihr
    Freud