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PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
10.VI.1926.Lieber Herr Doktor!
Bis heute morgens hatte ich geglaubt, dass die schönen Geschenke, die ich zum Geburtstag aus Paris erhalten hatte, von unserer Prinzessin herrühren. Erst heute erfuhr ich von ihr, dass sie der Ausdruck der liebenswürdigen Gesinnung der ganzen Pariser Gruppe sind. Für den ersteren Fall hatte ich mir vorgenommen, der Spenderin beim nächsten Wiedersehen sanfte Vorwürfe zu machen, dass sie solchen Aufwand für unsere Beziehungen notwendig glaubt. Nun aber bleibt mir nicht übrig, als Ihnen und den Mitgliedern der von Ihnen geleiteten Gruppe meinen herzlichen Dank zu sagen und Sie zu bitten, die Verspätung zu entschuldigen.
Noch eines: die schönze Bronze ist ein abgeschlossenes Geschenk. Die Werke von Anatole France sind es offenbar nicht. Ich besitze jetzt den 1.-3. und 5. Band, der 4. und wahrscheinlich spätere stehen noch aus. Ich
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möchte es nun nicht zugeben, dass Ihre Gesellschaft sich mit der Ergänzung dieses grossartigen Werkes belastet, will es natürlich auch nicht unvollendet lassen. Ich bitte Sie daher, mich in direkte Verbindung mit dem Verlag Calmann-Levy zu setzen, damit die weitere Ablieferung zwischen ihm und mir geregelt werden kann.
Ich freue mich, von der regen Tätigkeit, die bei Ihnen herrscht, zu hören und habe den Eindruck, dass die von Ihnen gegründete Keimzelle zu einem lebensstarken Organismus aufwachsen wird.
Mit herzlichem Gruss an Sie, Ihre liebe Frau und alle anderen,
Ihr
Freud