S.

PROF. DR. FREUD
WIEN, IX., BERGGASSE 19. 

10. 1. 1930

Lieber Herr Doktor

Ich bin in Verlegenheit, 
wie ich auf die mir zu-
geschickte Jahresrechnung 
reagieren soll. Wenn 
ich dieselbe der Ärztekam̄er 
vorlege, werden Sie wahr-
scheinlich wegen standes-
widriger Geringschätzung 
ärztlicher Leistungen zur 
Rechenschaft gezogen werden. 
Ich fühle, daß Sie sich dem 
Kontrakt entzogen haben, 
der unseren formellen 
Beziehungen zu Grunde 
liegt, möchte diese Rech-
nung nicht bezalen und 
lege Ihnen nahe, mir 
eine angemessenere zu 
schicken.

In herzlicher Ergebenheit 
Ihr 
Freud