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S.
PROF. DR. FREUD
WIEN, IX. BERGGASSE 19.17. XI. 13
Geehrter Herr Kollege
Bei den Vorarbeiten zu einer
neuen Auflage der Traumdeutg
lese ich auch Ihre Arbeit im letzten
Heft des Jahrb. und stoße auf
eine Stelle, welche lautet (p 248).
„Sowol … entbehren wir bei
F. ungern die Erwähnung der Thatsache, daß
ein Schriftsteller vor F., wenigstens
in einzelnen Träumen, eine
Wunscherfüllung gesehen hat“
dann kom̄t eine Lanze für
Scherner.Ich gestehe, daß ich dies ärgerlich fand.
Es insinuirt ja eine Bereitwillig-
keit, einem Vorgänger etwas
wegzunehmen, u dazu stim̄t
der ganze Abschnitt über Scherner,
von dem Sie mit Unrecht annehmen,
ich hätte ihn nicht im Original
gelesen. -
S.
Vielleicht lassen Sie sich nun daran
mahnen, dass man auch vorsichtiger
sein kann. Es ist leicht, etwas zu über-
sehen.Auf der ersten Seite des Abschnittes IV
in meiner Traumdeutung, der von
der Traumentstellung handelt,
können Sie lesen:„Dass es Träume giebt, welche als
Wunscherfüllungen zu verstehen
sind, ist nicht neu, sondern längst
von den Autoren bemerkt worden.“
Und nun folgen mit Angabe der
Seitenzalen die Namen: Radestock
Volkelt, Purkinje, Tissié, M. Simon.Ich glaube, ich kann beanspruchen,
daß Sie dem Jahrb. für den zweiten
Halbband eine Berichtigung Ihrer
Bemerkung zuschicken. Oder ist
es Ihnen lieber, dass ich es selbst
besorge? Es müsste sehr bald
geschehen, da der Band fast fertig ist.Hochachtungsvoll
Freud
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C42F8