• S.

    L/7 Be/7 W/7                                 Budapest 8,  
                                               11. III. 1921  

    Liebe Freunde,  

    Von uns ist nichts Neues zu berichten. –  

    ad L.: 1) Ich sende den Absagebrief an Fr. Dr. Herford  
    erst heute ab, nachdem ich die Auskunft von Abraham 
    erhielt.  

    2) Róheim lehnte die englische Übersetzung Kolnais 
    ab. Ich denke, wir übergehen über diesen Gegenstand auf die 
    Tagesordnung?  

    3) In der Groddeck-Angelegenheit kann ich Ernest’s  
    Bedenken durchaus nicht teilen. Wir müssen doch darüber einig 
    sein, daß das Komitee als außerparlamentarische Körperschaft 
    in jeder wichtigen Frage unabhängig vom Präsidenten handeln 
    darf und soll; der Präsident aber, wenn er zufällig Komité-
    Mitglied ist, muß das Komité und dessen Aktionen, wenn 
    nötig, offiziell decken und vor der Öffentlichkeit vertreten. Keines-
    falls dürfen hier parlamentarische Formalitäten hinderlich sein. 
    Auch muß dem Obmann des Komités, dem H. Prof., eine größere Aktions-
    freiheit zustehen, z. B. das Recht, in wichtigen und eiligen Angelegen-
    heiten ohne Befragung der K. Mitglieder zu handeln. Jedenfalls 
    muß uns das Komité als oberste Behörde gelten, die den Verein 
    womöglich in ihrem Sinne lenkt. So habe ich wenigstens die Mitglied-
    schaft des Komités immer aufgefaßt.

  • S.

    ad W.: 1.) In merito gebe ich nachträglich meine vollste Zu-
    stimmung zu der den Schweizern erteilten Antwort.  

    2.) Nach der trefflichen Kritik des Verlags fällt es mir  
    schwer, Groddeck zu referieren. Das Referat wird aber in etwa  
    8 Tagen in Wien sein.  

    ad B.) Vielen Dank für die Auskünfte in Sachen Herford  
    und Stockmayer. Letzterem antworte ich höflich und kühl.  

    Grüße von  
    Ferenczi