S.
Ad Be. W. L. Nr. 9 Budapest, am 1. April 1921
Nr. 10
Liebe Freunde,
von hier nichts neues zu berichten. An der psychoanalytischen Arbeitsbörse
heißt es, wie an jeder Börse: fluctuat nec mergitur. Die
Geldknappheit oder Fülle macht sich sofort an der Zahl der
Kranken in der Ordination bemerkbar. Nach vorübergehender
Ebbe geht es wieder etwas lebhafter zu, so daß ich die leeren Stunden
der Kollegen bald wieder zu füllen hoffe.
ad L.: Ich verfolge mit gespanntem Interesse den mutigen
Kampf, den Du, l. Ernest, gegen die Legion unserer Feinde
führst. Ich staune, wie Du das – bei Deinem beruflichen In-
anspruchgenommensein – leisten kannst. Wir in Wien und Budapest
behandelten die Gegner viel weniger aktiv, wir überhörten
ihr Nein. Vielleicht verdient aber die englische öffentliche Meinung
eine andere Behandlung. Es würde mich, und gewiß auch
die anderen Komiteemitglieder sehr interessieren, den Bericht
über die Verhandlungen des Falls Douglas-Kegan zu lesen, über-
haupt alles, was über a in der Zeitung in England erscheint.
Die Ausschnitte können dann in die Wiener Sammlung.
Den diesem Briefe beigelegten Aufsatz Frink’s über die
amerikanische Ausgabe der „Vorlesungen“ zur Empfehlung (Ausschnitt aus der
New Yorker „Nation“) schicke ich zuerst nach L., bitte ihn über
Be. nach Wien gelangen zu lassen.
Herzliche Grüße von
Ferenczi
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns