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S.
Ad W. B. L./ v. 1. IV. Budapest, 11. IV. 1921
Liebe Freunde,
Ich muß gestehen, daß mich eine gewisse Wehmut be-
schleicht, wenn ich vom regen wissenschaftlichen Treiben höre,
das bei Euch herrscht. Wir müssen uns vielleicht noch
lange mit der rein esoterischen Tätigkeit begnügen, die
uns noch belassen wurde. Am fleißigsten arbeitet natürlich
Róheim, der mir unlängst den z. T. schon verwirklichten
Arbeitsplan zu einem bedeutsamen neuen Werke zeigte,
das „Psychoanalysis and Social Anthropology“ betitelt sein
wird. Nächstens liest er uns ein Kapitel des Buches vor.
Er steht mit Rivers, der sich für ihn zu interessieren scheint,
in Briefwechsel. – Pfeifer und Radó arbeiten an der
ungarischen Überset- zung der „Vorl. z. Einführung“ resp. des Witz-
buches. – Ich gehe ganz in der Praxis auf.In der nächsten Sitzung will ich dem Vereine von
der Ehrung Mitteilung machen, die durch die Namensgebung
des jüngsten Enkels vom Pro- fessor nach unserem unvergeßlichen
Toni Freund auch uns zu Teil wurde. Unsere herzlichste
Gratulation kann ich schon im Vorhinein verdolmetschen.
Die kleine Erzsike, Toni Freunds Töchterchen
(jetzt 4 J.; 5 Mon. alt) hat unlängst Folgendes geleistet:
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S.
Sie sitzt am Topf, um „Großes“ zu machen, und sagt zu ihrem
kleinen Bruder: „Didi, was ich im Popo habe ist Gold, – was
im Topf ist, ist gelb.“ Die Mutter fragt sie: „Warum ist
das Gold?“ Sie antwortet: „Weil es in meinem Popo ist.“ –
Deutlicher könnte wohl niemand die narzißtische Besetzung
des noch mit dem Körper-Ich zusammenhängenden, im Gegen-
satz zum Ausgeschiedenen, motivieren. Dieser kleine
Beitrag gehört unbedingt in das Kinder- Sammelwerk. –Der Paralysevortrag von Hollós war im klinischen Teil
sehr gut, im theoretischen unklar, ich will ihn zur Umarbei-
tung bewegen.Der kurze Höflichkeitsbesuch des Ehepaars de Saussure
(aus Genf) wäre von hier noch zu berichten.ad L. 1) Ich wollte dich, l. Jones, schon lange fragen, was
mit Forsyth los ist. Er scheint ganz verschollen zu sein.
2) Róheims Adresse ist: Bpest, I Nyul utca 13/A
(Villa Jellisch)ad B. Meinen letzten Rundbrief adressierte ich noch nach
Meran, mit der Anmerkung: „Bitte nachsenden“. Er wird
inzwischen angekommen sein.ad W. In Sachen der ung. Bücher lege ich einen Brief an
Rank bei.Viele herzliche Grüße von
Ferenczi
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns