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S.
4. Bericht
Budapest am 26. Okt. 1920Liebe Freunde,
a) Für Berlin:
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Dr. F. G. A. über deren Informationen verlangt wurde, ist Sohn
des gleichnamigen Prof. der φιλοσοφία an der B. Universität. Vater, Sohn
u. Schwiegersohn (Prof. der ψυλογία) emigrierten unlängst. Der Sohn,
der sich zum Kurs meldete, kenne ich wenig, weiß nur, daß er
an der hiesigen psychiatr. Klinik praktizierte u. sich mit der
abenteuerlichen Idee befaßte, die psychoanalytische Therapie (und
Theorie) mit der biochemischen zu kombinieren, speziell mit der
Abderhaldenschen Methode. Frau Radó-Révész hält ihn für
psychologisch wenig begabt, mit etwas Neigung zur Hochstapelei. Er
soll sich jetzt in besonders schwieriger Lage befinden und sucht
bei uns quasi ein ultimum refugium. Da er in der chemischen
Methoden geschickt u. verläßlich sein soll, wäre ihm eher zu
raten, sich mit der chemischen statt mit der Psychoanalyse
zu beschäftigen. Allerdings wäre dem Bedauernswerten
mit diesem Rate wenig gedient. Sollte er abgewiesen werden, so
bitte ich das ohne Berufung auf die Budapester Informationen
zu tun. -
Die Einführung der Ödipus-Vignette halte ich für ungefährlich.
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Harnik nimmt die Berufung nach Berlin an, er wird
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S.
spätestens in 6 Wochen übersiedeln. Allerdings ist er so mittellos,
daß er vom Berliner Fond nebst den vorgeschlagenen monatlichen
750 M. die einmalige Vorstreckung von 2000 M. bitten muß; diese
Summe braucht er zur Li-quidierung seiner hiesigen Position,
zur Übersiedelung und Reisespesen. Eventuell könnte er diese
Summe (oder einen Teil davon) später zurückzahlen. (Dies
zugleich die Antwort auf Eitingons liebenswürdigen Brief.
Ich bitte ihn, mich auch seiner Frau bestens zu empfehlen.) -
S.
Wien:
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Die zu referierenden Bücher dankend angekommen. „Alkohol-
frage“ und „Innere Sekretion“ bleiben bei mir „Bewußtseinsenge“ wurde
Hermann, „Gemütsbewegungen“ Hollós zugeteilt. Eisler ist bereits
zum Referaten-Diktator ernannt. – Róheims Referat bringt
Radó nach Wien. – Hermann nimmt das Jahresreferat über
„das Unbewußte“ an, setzt aber voraus, daß er nur von
Anfang 1920 zu referieren hat. -
Verlagsangelegenheit verfolge ich mit fieberhaftem Interesse.
London (Letzter Brief vom 12. X. wahrscheinlich wegen der Strikes.)
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Die Angelegenheit mit Róheims Buch erledigt. Er
will sein Buch nur im Verlag erscheinen lassen. -
Das Buch Macphersen’s (Psychology of Persuasion) würde
mich interessieren. (An Rank: über das Thema „Überzeugung“
gab ich für die Imago noch in 1913 eine Arbeit, – die ich am
Münchner Kongreß hielt. Wenn Du glaubst, daß sie nicht
publizierbar ist, sende sie mir zurück; vielleicht ist sie
in abgekürzter oder sonstwie abgeänderter Form noch immer
brauchbar.)
Herzlich grüßend
FerencziNachtrag:
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Der ausführliche Wiener Bericht vom 22. X. (Freitag) gestern
angekommen. Auf seinen Inhalt kann ich erst im nächsten Brief eingehen.
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S.
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns