S.

Budapest, 21. V. 1921

Liebe Freunde,

Als wesentlichere Anregung möchte ich Euch diesmal 
nur den in unserem Kreise aufgetauchten Wunsch mitteilen, 
daß wir die Zeitschrift bald wieder in der früher (vor dem Kriege) 
gewohnten Periodizität erhalten möchten. Wenn es die materiel-
len Verhältnisse und die Hilfe der neuen Arbeitskräfte gestattet, 
möchte ich dieser Bitte beipflichten. Die Zeitschrift ist die Hauptquelle, 
aus der die Lernbegierigen schöpfen, aber auch die Produktionslust 
wird durch das raschere Erscheinen der Arbei- ten gefördert. 
Wenn es einstweilen nicht für beide Organe durchführbar wäre, 
müßten wir wenigstens mit der Zeitschrift den Anfang 
machen.

Von hier nur noch so viel, daß unlängst wieder ein Schmäh-
artikel gegen Freud-Einstein-Steinach, als Vertreter der jewish science, 
in einem halboff[iziellen] Organ losgelassen wurde. 

An Wien: Ich bitte Rank nochmals um offiz. Auftrag, die 
Rechte des Professors und des Verlages in Ungarn durch einen Rechtsanwalt schützen 
zu lassen. Ich verlängere meinen Vertrag mit Dick um 5 Jahre. 
Inzwischen klären sich die Verhältnisse (auch die geographischen), 
so daß einer Verschmelzung mit dem »Verlag« nichts im Wege stehen 
wird. Nun ist aber zu befürchten, daß sobald das erste ung. 
Freudbuch beim Verlag erscheint, D[ick] (aus Rache) sich beeilen 
wird, die nichtge- schützten Bücher ohne Autorisierung übersetzen 
zu lassen. Ich werde jede einzelne Ausgabe 

einzeln schützen lassen, brauche aber dazu eine vollständige Liste aller Bücher in allen Ausgaben (Jahreszahl, 
Verleger), um die ich gleichfalls bitten muß. Ausgenommen: 5 Vorl., Kl. u. gr. Traumbuch, 3 Abh[andlungen], Totem.

Ferenczi