S.

Budapest, 20/21. Nov. 1921

Liebe Freunde,

Leider habe ich von den Rdbriefen (v. 11/XI) nur L. erhalten, 
W. und B. nicht. Es dürfte daran liegen, daß der Bahnver-
kehr mit den geogr. näheren Staaten gestört ist, während 
die großen Expresszüge verkehren.

Die gestrige Zusammenkunft entfiel, weil es draußen 
etwas uncanny aussah. Im allgemeinen ist hier alles 
ruhig, man würde kaum glauben, daß sich alles in stetem 
Fluß befindet.

Der von Ernest genannte Dr. Mourgue (Paris) sollte 
vielleicht auf Frau Sokolnicka (rue Abbé Grégoire 3.) 
aufmerksam gemacht werden.

Dem W. Brief schließe ich einen Ausschnitt aus 
der New Yorker „Nation“ bei. Ich glaube, der Artikel könnte 
von Frink herrühren, der ein Mitarbeiter dieser Zeitschrift ist 
und derzeit „in danger of being called infamious“ ist.

An Rank: Die biol. Bücher schicke ich, sobald der 
Verkehr regelmäßiger wird. Die „Annales“ kommen seit 
Anfang 1920 nicht mehr.

Herzlich grüßend

Ferenczi