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S.
Budapest, 1. Febr 1922.
Liebe Freunde,
Diesmal alle Briefe erhalten. Ich bitte, wenn möglich
um eine Kopie des L. Briefes v. 11. Januar.Hier macht sich zeitweise das, wenn auch sehr all-
mähliche Umsichgreifen der ψα bemerkbar. Unlängst
konsultierte mich ein Arzt und seine Frau, die sich vor
2 Jahren noch als engagierte Gegner äußerten. Jetzt sagte
mir derselbe Arzt, daß „Ehrlich und Freud die einzigen
sind, die etwas Einheit in die sonstige Zerfahrenheit des Spezi-
alistentums in der Medizin zu geben haben“. Natürlich ist die
Mehrzahl, besonders die Fachärzte, immer noch feind-
lich gesinnt, obzwar sie alle wilde Analyse treiben.
Stekels Bücher machen recht viel von sich zu reden. Der
Artikel (der Nouvelle Revue Fr.) wurde in den hiesigen
Tagesblättern besprochen.Im Verein machte ich nochmals energisch darauf auf-
merksam, daß Vorträge nicht ohne Zustimmung des Vereins
gehalten werden dürfen. – Eisler las uns Teile einer
(nicht ψα beeinflußten) aber interessanten Selbstbi-
ographie eines Münchner Literaten, Kurt Martens, vor.
Das Buch ist sehr lesenswert, aber Eislers Glossen, die
u. a. eine von der Psychoanalyse unabhängige Beurteilung der
Kunstwerke verlangten, fanden natürlich keinen
Anklang.Dick behauptet immer noch, den Kaufpreis der
„Traumdeutung“ seinerzeit bezahlt zu haben. Ich ver-
handle aber mit ihm erst, wenn er mir das dokumen-
tarisch beweist.
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S.
Kolnay, dessen Onkel (J. Gömörg) in Pressburg eine
Zeitschrift herausgibt, wendete sich soeben brieflich
an mich und bittet um Überlassung Freud’scher Werke
(kleinere Arbeiten) zur ung. Übersetzung für d.
Pressburger Verlag. Ich will ihm antworten, daß
ich bereits mit Dick in Verhandlungen bin und daß ich
solche Verhandlungen nur im Auftrag des Prof.
führen könne. Er möge sich an den Verlag wenden. Ich
glaube, er wird diesen Schritt nicht tun.Sonst nichts Neues!
Euer
Ferenczi
Lieber Rank,
Ich vermisse in Deinem letzten Brief die Bestätigung
des Empfanges des Artikels von Fr. Varró.Beiliegend ein Zeitungsausschnitt.
F.
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns