S.

Budapest, 12. II. 22.

Liebe Freunde,

L. und W. angekommen; B. nicht, wahrscheinlich
wegen Verkehrsstörungen in Deutschland. Werde
freundliches Anerbieten der Berliner den Mitglieder
mitteilen, müßte aber zuvor wissen, worauf sich die
Gastfreundschaft erstreckt. (N.B.: ich persönlich
wohne bei meinem Berliner Bruder.)

In der heutigen Sitzung kamen kasuistische Mit-
teilungen zur Sprache. Das Niveau des Verständ-
nisses bei unseren Mitgliedern, überhaupt der
Diskussion, ist respektabel.

Unlängst besuchte mich Frau Dr. Dubowitz und bot
die 40.000 Kr., die ihr aus einem Legat noch blieben
(der H. Prof. wird sich noch erinnern, von wem es stammt),
für die Zwecke der Ps. An. an. Bei Kenntnis ihrer
Verhältnisse und in Anbetracht der Kleinheit der
Summe sagte ich, daß wir dieses Geld nicht
brauchen können, mußte ihr aber versprechen, das Anerbieten
an d. H. Prof. weiterzuleiten, was ich hiermit tue.
Es war jedenfalls rührend.

ad L.: Die Photographie dankend erhalten; die
meinigen sollen dieser Tage versandt werden.
Zeitschrift und Imago waren wieder höchst intere-
ssant und inhaltsreich! Herzlich grüßend

                                Ferenczi

PS: Ich finde bei genauerer Lektüre Sadgers Buch nicht dazu geeignet, in 
der „Library“ zu erscheinen. Es ist mit allen seinen, uns wohlbekannten Fehlern behaftet.