S.

Budapest VI.                                                                   7.2                                                                                                              November

1920

abzusenden am 8.3XI.

 

Liebe Freunde

angekommen, B/4, W/4, L/4.4

Ad B.: Mit dem Vorschlage von Abraham (allg. Diskussion über Psychi- atrie) bin ich einverstanden.

Ad W.: Da mein Gesundheitszustand5 manches zu wünschen übrig läßt,

denke ich einstweilen an kein Domizilwechsel. – Auch sind die Verhält- nisse (vom ärztlichen Standpunkt) soweit erträglich, daß ich die große Summe, die wir zum leben brauchen immerhin verdiene und den Kolle- gen wieder Fälle zuschicken kann.

In der Angelegenheit des Jahresberichts habe ich Hermann beeinflußt, den Auftrag anzunehmen. Er wird sich direkt mit Rank ins Einverneh- men setzen.

Ad L.: Cruchet‘s Buch6 ist angekommen. Vielen Dank dafür! Ich glaube,

daß rekommandierte Sendungen nicht verloren gehen. Ein Zeitungsaus- schnitt aus dem »Pester Lloyd«7 über Dr. Munro und Dich, l. Jones, viel- leicht interessant.

Frau Singer8 brachte mir heute einen Brief aus London und das Buch von Miss Barbara Low9, zugleich einen Zeitungsausschnitt aus der »Times«10  über den Haager Kongreß; der Bericht stammt von Miss Low selbst. Sie läßt sich aber wegen der Unrichtigkeiten darin, die die Redaktion der

»Times« verschuldet hat, entschuldigen. – (Die Zeitungsausschnitte ge- hen zuerst nach Wien, mit der Bitte, sie weiter zu befördern.)

Tridon‘s Buch11 kann ich einstweilen nicht zum Referat übernehmen.

Herzlichen Dank für den lieben Brief von Frau Jones von meiner Frau und mir.

An Rank: Brief angekommen. Mit allen Vorschlägen einverstanden. Herzliche Grüße von

Eurem Ferenczi

Heute war Vereinssitzung. Feldmann12 sprach über psychiatrische Beo- bachtungen im Militärhospital. Nicht geistlos, aber verworren und undis- zipliniert.