S.
Budapest, 16. XII. 1922.
Liebe Freunde,
nun, da ich aus Abrahams und Jones’ Briefen ersehe, daß
der gute Wille zur Beilegung des Zwischenfalls allseits
vorhanden ist, habe ich nur kleine nachträgliche Be-
merkungen zu machen. Den Unterschied zwischen Direktor
und Gesellschafter des Verlages fasse ich als nicht formell, son-
dern wesentlich auf; ich als Gesellschafter käme in die
größte Verlegenheit, sollte ich von hier aus urgente Di-
rektions-Agenden versehen und bin froh, sie in guten
Händen zu wissen. Ich bin auch überzeugt, daß uns
Rank, wenn es nur die Zeit erlaubt, oder wenn es
die Wichtigkeit der Sache fordert, das Komité nicht
vernachlässigt und sie auch befragt.
Die Moskauer Nachrichten über die Unverläß-
lichkeit der dortigen psychoanalytischen Gruppe
zwingen mich, gegen die derzeitige Zulassung der
Russen zur Vereinigung zu stimmen. Man müßte deutliche
Zeichen ihrer Besserung abwarten.
Ein Beitrag zu der von Abraham vorgeschlagenen Samm-
lung von Curiosa: Dr. Ranschburg, a. o. Prof. der med. Psy-
chologie in Bp., wollte Frau Dr. Radó bestimmen, in der
unter seiner Leitung stehenden Anstalt für zurückgeblie-
bene Kinder Psychoanalyse zu machen, mit der einzigen
Bedingung, die Sexualität und die Erinnerungen vor
dem 10. Lebensjahre nicht zu benutzen!
Hier nichts Neues.
Ferenczi
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns