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S.
Budapest, 3. II. 24
Liebe Freunde,
1. Von hier ist wenig zu berichten. Die gestrige
Vereinssitzung beschäftigte sich mit der Besprechung der
„Entwicklungsziele“. Die Budapester kannten schon früher
einzelnes davon, ja einige haben bereits Erfahrungen über
die von Rank und mir vertretene Technik.2. Die „Genit.-Theorie“ und das „Tr[auma] der Geburt“ hat
insbesondere Róheim aufgegriffen; er behauptet, aus der
Ethnologie gewichtige Argumente zu Gunsten unserer An-
schauungen schöpfen zu können.3. Róheim kam durch Dr. Eders Vermittlung in lebhaften
brieflichen Verkehr mit dem englischen Ethnologen Seligman.
Letzterer hat unlängst eine großangelegte Bewegung unter
den Ethnologen zur Sammlung und zum Analysieren der
Träume der Primitiven eingeleitet, mit besonderer Be-
rücksichtigung der typischen Träume und des Oedipus-Komplexes.
Ich denke, das kann uns wichtige Bestätigungen bringen.4. Frau Vilma Kovács hat sich in der vorletzten Sitzung
mit einem prakti.-technischen Vortrag vorgestellt und
wurde außerord. Mitglied.5. Vom 15. Febr. ab wird die Vereinigung wöchentlich einen Vortrag
im Ärzte-Kasino (nur für Ärzte) halten. Ich halte den einleitenden
Vortrag. Hermann spricht über „Psa. u. Psychologie“, Pfeiffer über den Traum,
Eisler über die Sexualtheorie, dann ich über Neurosen, Hollós über
Psychosen, Róheim über die Beziehungen zwischen der Psychologie der
Neurotiker und der Primitiven. Nach also 10-jähriger Pause er-
scheinen wir so wieder vor der Öffentlichkeit (vor einem ärztlichen
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S.
Kreis sprach ich zuletzt vor 15 Jahren! Es wird
interessant sein, die Veränderungen in der Art und
Intensität der Widerstände zu registrieren. Vielleicht
gelingt es, einzelne insgeheim interessierte Ärzte
aus deren Schlupfwinkeln zu locken.Herzliche Grüße!
Ferenczi
P.S. Die Punkte 3 und 5 könnten
in der Rubrik „Zur psa. Bewegung“ publiziert
werden.
- Geheimes Komitee
- Abraham, Karl
- Eitingon, Max
- Freud, Sigmund
- Jones, Ernest
- Rank, Otto
- Sachs, Hanns