S.

Budapest, 14. Dezember 1920

Nr. 9 angekommen:

L. bis 102, B. u. W. bis 93.


 

Es geht mir bereits so gut, daß ich von der Ausgabe weiterer Bulletins absehen kann und danke nur noch für das allseits bekundete Interesse.

Ad L.: Ich danke für die im Interesse Róheims unternommenen Schritte und hoffe auf weitere Mitteilungen in dieser Angelegenheit. –

Bezügl. Kolnai‘s fühle ich mich verantwortlich, da ich ihn lanciert habe. Ich denke aber, seine Entdeckung wird uns noch Ehre einbringen und sein Buch ist für einen Anfänger staunenswert. Allerdings ist es noch keine richtige ya.

Die Mitteilungen über Palästina etz. beweisen, daß die Inkubationszeit der ya Infektion abgelaufen ist und der Ausbruch der »Seuche«überall zu erwarten ist. Der Ausbruch der Seuche beschleunigt das Zerstreuen des wissenschaftlichen Kontagiums.

Als ausgezeichnet gelungenes Referat über Jung’s Ideen empfehle ich fürs »Journal«, die in der Zeitschrift erschienene Kritik über Jung (von A. F. Meyer5, Holland).6

Ad B.:

Es würde mich interessieren über den neuen Assistenzarzt (Hárnik) et- was zu erfahren.

Ad W.: über Referate etc. kann ich erst nach der nächsten Versammlung berichten. Van Ophuijsen schrieb mir nach langer Zeit einen ausführli- chen Brief. Er teilt mir mit, daß seit dem Kongreß sein Söhnchen, seine Schwiegermutter und seine Frau schwer erkrankt waren, letztere machte nebstbei eine Blinddarmoperation durch. Man fand aber nur eine »leicht veränderte Appendix« vor. Er reist demnächst mit seiner Familie an die Riviera.

Herzliche Grüße von

Ferenczi