• S.

    Budapest, 25 Juli, 1926

    Liebe Freunde:

    Die Wiener Zeitungsangriffe auf Reik und die Psychoanalyse haben auch in Budapest Aufsehen erregt. Ich wurde von einer Zeitung in der Frage der Laienanalysen interviewt und gab recht energische Erklärungen ab.

         Die Budapester Gruppe hielt gestern die Abschieds-Sitzung. Die Kollegen einigten sich über ein reichhaltiges Arbeitsprogramm fürs nächste Jahr. Sie werden Vorträge und Seminare (für Fortgeschrittene) veranstalten.[1]

         Ich beendige meine Arbeit am 15. August, reise am 22. zum Besuche des Professors auf den Semmering, mache dann einige Besuche in Deutschland (München, Baden-Baden) und fahre mit meiner Frau am 22. September an Bord der Andania (Cunard) nach New York. Einige Kollegen und Pädagogen sind bereits für Lehr-Analysen vorgemerkt. Auch nehme ich zwei amerikanische Patienten von hier mit, so daß ich bereits voll besetzt bin. In der »New School for Social Research« halte ich achtzehn Vorträge, deren Programm bereits feststeht.

         Herzlich Euer,

                                                                                       Ferenczi

     

     

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    A Dieser Rundbrief ist, mit Ausnahme der Unterschrift »Ferenczi«, mit    Maschine geschrieben.

     

     

    1         „Die Ung. PsA. Vereinigung wird im Laufe des nächsten Winters systematische Kurse zur Einführung in die Psychoanalyse ... veranstalten. In den Monaten November-Dezember: Dr. I. Hermann, Psychoanalytische Psychologie; Dr. M. Bálint, Psychoanalytische Trieblehre; Dr. G. Róheim, Ethnologie (je zwölfstündig). In den Monaten Januar-Februar folgen Kurse klinischen Inhalts, gehalten von Dr. M. J. Eisler, Dr. St. Hollós, Dr. S. Pfeifer” (Zeitschrift, 1926, 12: S. 587).