Jokl, Robert Hans (1928-512/1928.2): 13. Juni 1928. Kleine Mitteilungen und Referate
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Korrespondenzblatt 571
Wiener Psychoanalytische Vereinigung
II. Quartal 1928
13. Juni 1928. Kleine Mitteilungen und Referate.
1. Dr. Nunberg: Über einen Fall von Persönlichkeitsspaltung. (Auto-
referat nicht eingelangt.)
Diskussion: Frau Deutsch, Federn, Hitschmann.2. Dr. Wittels: Die „Funktionslust“ Bühlers und die Psychoanalyse.
In einer Diskussion über Karl Bühlers Werk: „Die Krise der Psychologie“
im Wiener akademischen Verein für medizinische Psychologie stellt Bühler
die Forderung auf, seine „Funktionslust“ als eine Ergänzung zur Libidotheorie
der Psychoanalyse anzuerkennen. Nach einer Definition von Bühlers „Funktions-
lust“ sucht Referent den Nachweis zu erbringen, daß sich der mit diesem
Wort gekennzeichnete Begriff unter den der „Vorlust“ subsumieren lasse,
wobei für das Kindesalter alles, was später zur Vorlust wird, den CharakterS.
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einer Endlust oder besser einer nicht endenden Lust trägt, wie das Schauen,
Streicheln, Spielen, Balgen usw. In diese Kategorie gehört auch, was man als
„feminine Lustkurve ohne Akme“ der schnell ansteigenden, orgastischen und
schnell abfallenden „männlichen“ Lustkurve gegenübergestellt hat. Bühlers vom
Spiele des Kindes her gewonnene Anschauung einer Funktionslust läßt sich
somit zwanglos in die Libidotheorie einordnen.
Diskussion: Federn, Reich, Wälder.3. Frau Dr. Deutsch: Der „erniedrigte“ Familienroman. (Autoreferat
nicht eingelangt.)
Diskussion: Federn, Nunberg, Reich.4. Dr. Bibring: Beitrag zur Psychologie der Todesideen bei paranoiden
Schizophrenen. (Erscheint in diesem Heft.)
Diskussion: Nunberg, Reich.