22. Feber 1928. Kleine Mitteilungen und Referate 1928-504/1928.2

Jokl, Robert Hans (1928-504/1928.2): 22. Feber 1928. Kleine Mitteilungen und Referate

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  • S.

    22. Feber 1928: Kleine Mitteilungen und Referate.
    1. Dr. Federn: Zur ökonomischen Betrachtungsweise in der Psychoanalyse.

  • S.

    Korrespondenzblatt                  437


    Bei einem Falle von hysterischer Depersonalisation fühlt der Kranke während
    seines angstvollen Zustandes deutlich, daß es sich um den Ablauf einer Erregung
    von b e s t i m m t e r G r ö ß e handelt. Er kann angeben, daß die Hälfte, daß
    dreiviertel derselben abgelaufen sei, er kann durch Anstrengung den Ablauf
    beschleunigen und fühlt, daß er ihn durch seine Gegenwehr verlangsamt. Er
    merkt auch vorher in einer Art Aura, daß die innere Erregung, die zum
    Anfall führt, sich ansammelt. Diese Selbstwahrnehmung der inneren Spannung
    drückt sich auch als Gefühl für das Zeitausmaß aus, welches für den Anfall
    nötig sein wird. Während des Anfalles schätzt der Kranke die Dauer des
    weiteren Verlaufes nicht etwa nach der schon abgelaufenen Dauer, sondern
    nach der Stärke der noch bestehenden Spannung, die er fühlt. So wird die
    Annahme, daß es sich um bestimmte Quantitäten von libidinöser und affektiver
    Besetzung handelt, welche der Anfall zu erledigen hat, durch die autopsychische
    Wahrnehmung bestätigt. Das Zeitgefühl hängt mit dieser autopsychischen Wahr-
    nehmung psychischer Spannungen zusammen. Auch sonst findet man oft, daß
    die Kranken ein Gefühl dafür haben, ein wie starker neurotischer Anfall sich
    vorbereitet und wie lange er dauern wird. Diese Selbstbeurteilung der Größe
    und Dauer eines zu erwartenden Symptomes beobachtet man bei Zwangs-
    neurotikern für ihre Zwangsdelirien, bei manchen Phobikern für die Stärke
    ihrer jeweilig aktuell werdenden Phobie. Die Größe und Dauer hängt auch
    von der Gesamterregung der Person ab, daher eventuell auch von körperlichen
    Komponenten. Es können analog auch somatisch Kranke oft die Stärke eines
    wiederkommenden körperlichen Symptomes beurteilen, wobei niemand den
    quantitativen Faktor leugnet.
    Diskussion: Frau Dr. Deutsch, Reich.

    2. Dr. Eidelberg (a. G.): Psychoanalytische Bemerkungen über das
    Pfänderspiel.
    Bericht über experimentelle Versuche, die von Freud für die Fehlleistungen
    gefundenen Mechanismen als im Pfänderspiele wirksam nachzuweisen. Ex-
    perimentelle Zugänge zur Frage der Identifizierung und der Imitation.
    Diskussion: Federn, Dr. Perls (a. G.).