6. Sitzung am 31. Januar 1923. Felix Deutsch: Illustrationen zur Psychoanalyse 1923-503/1923.2

Bernfeld, Siegfried (1923-503/1923.2): 6. Sitzung am 31. Januar 1923. Felix Deutsch: Illustrationen zur Psychoanalyse

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S.

31. Jänner 1923. Vortrag Dozent Dr. D e u t s c h: Illustrationen zur
Psychoanalyte. (Erscheint in der „Zeitschrift“.)

 

Aus der Diskussion:
Dr. R e i ch meint, daß der Begriff der Konversion strenger gefaßt
werden müsse. Wenn suggestiv Angst hervorgerufen wird und das vasomoto-
rische System in Erregung gerät, wie in den Fällen des Vaginismus, so ist
das noch kein Konversionssymptom, ebensowenig wie das Hervorkehren des
Realangst. Unter Konversion könne man nur die Umsetzung eines seelischen
Affektbetrages in somatische Innervation verstehen; der konvertierte Affekt-
betrag darf dann seelisch nicht mehr repräsentirt sein. Dies sollte natürlich
nicht aus der Affektbeilage anderer Herkunft, neben dem Konversionssymptom
bestehen bleiben. Ferner sei die Frage wichtig, inwiefern und in welchem
Ausmaß der Konversion dienende Organe (z. B. Darm bei chronischer, Jahr-
zehnte dauernder Obstipation, Gefäßsysteme des Gesichtes bei Erythrophobie)
sekundär organisch verändert werden und diese psychisch induzierte Veränderung
einer Restitution durch Psychoanalyse zugänglich ist. (Autoreferat.)