[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Diskussion über den Vorschlag Dr. Hirschfelds zur gemeinsamen Ausarbeitung von Fragebogen 1908-424/1908.01

Rank, Otto (1908-424/1908.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Diskussion über den Vorschlag Dr. Hirschfelds zur gemeinsamen Ausarbeitung von Fragebogen

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    Vierundzwanzigster Vortragsabend
    am
    15. April 1908.





     

    Diskussion über den Vorschlag Dr. Hirschfelds zur
    gemeinsamen Ausarbeitung von Fragebogen.

  • S.

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    Prof. Freud berichtet über den Vorschlag Dr. Hirschfelds, der die gemein-
    same Ausarbeitung von Fragebogen zur Erforschung des Geschlechts-
    triebes betrifft. Er selbst gehe auf den Vorschlag ein und lege dar-
    nun der Vereinigung zur eventuelle Mitbeteiligung vor. — Es sei
    darüber zu diskutieren, ob der Vorschlag angenommen werde und wie in
    diesem Fall die Ausführung zu geschehen habe.

    Stekel ist gegen eine Verbindung mit Hirschfeld; aus persönlichen wie
         aus sachlichen Gründen.

    Sadger ist prinzipiell dafür. — Hirschfeld soll die Bogen unter seinem
         Namen versenden, wir fungieren stillschweigend als Mitarbeiter.

    Adler ist dafür; man könnte vielleicht auf diese Weise mehr erfahren, als
         man momentan glaubt. Er wüßte nichts dagegen einzuwenden.

    Hitschmann meint auch, man solle eine Annäherung nicht zurück-
         weisen. Der Wert der Fragebogen sei nicht anzuzweifeln.

    Steiner steht der Anregung sympathisch gegenüber, ebenso Rank, der
         noch den Vorschlag macht den Bogen in verschiedenen Sprachen zu versenden.

    Wittels hat ein Vorurteil gegen Berlin.

    Prof. Freud hebt hervor, das wir neben den Hirschfeld'schen Gesichtspunkten
         das infantile, ätiologische u. organische Moment berücksichtigen
         könnten; der Bogen werde ein gutes davon geben, was in der Erinnerung
         der normalen Menschen übrig bleibt.      Mit der Zusendung dürfe
         man nicht jedermann belästigen, sondern nur den der bereit ist,
         den Bogen auszufüllen. —

    Die Beteiligung wird hierauf per maiorem angenommen.
    Die Gesellschaft, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal in die
    Öffentlichkeit treten soll, erhält den Namen: Psychoanalytische
    Gesellschaft (durch Mehrheitsbeschluss. —)

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    Was die Fragen selbst und die Hauptgesichtspunkte betrifft, so
    schlägt Prof. Freud vor den nächsten Abend für die endgültige
    Formulierung der Fragen zu verwenden; jeder der Herren ist
    gebeten bis dahin Fragestellungen, Formulierungen, Ge-
    sichtspunkte festzulegen; über diese Einzelfragebogen soll
    dann diskutiert werden. —

         Angenommen. —

         Dr. Hitschmann übernimmt speziell die Ausarbeitung eines Frage-
    bogens an der Hand von Hirschfelds Musterbogen. —

    Die Hauptgesichtspunkte wären etwa:
              I Familiäre Verhältnisse
              II Entwickelung der Sexualität im Kindesalter u.
              III nach der Pubertät.

    Zu fragen wäre etwa:
         Ad I   nach dem Vorhandensein der Eltern u. Geschwister,
                 "  Alter, Stellung in d. Reihe
                 "  frühen Todesfällen
                    Mittel der Erziehung
                    erziehende Personen

              II   Wann beginnt Ihre Erinnerung
                        erste Erinnerung
                 "  beginnt Ihre konstante Erinnerung
                 An welchen Unarten od. Kinderfehlern haben Sie od.
                    Ihre Geschwister gelitten

    Gewicht wäre zu legen auf: Imitationstalent
                              Phantasieleben
                              Schlaf etc. —